Was wird sein?
Spielzeit 2017/18

The Addams Family – Das Broadway-Musical

Musicalkomödie von Andrew Lippa (Musik und Songtexte), Marshall Brickman und Rick Elice (Buch)

Eine höchst liebenswerte Ansammlung von Exzentrikern lebt in der verfallenen Villa mitten im Central Park. Familienoberhäupter sind die elegant-unterkühlte (und offenbar untote) Morticia und ihr Gatte, der ihr in Liebe ergebene heißblütige Gomez. Gomez erlebt den Albtraum eines jeden Vaters: Seine 18-jährige Tochter Wednesday hat sich verliebt! Ihr Auserwählter stammt allerdings aus einer höchst „normalen“ Familie. Wednesday vertraut sich ihrem Vater an und beschwört ihn, der strengen Mutter nichts davon zu sagen. Ein Geheimnis vor Morticia? Für Gomez schier unerträglich! Die Situation droht zu eskalieren, als Familie Beineke ihren Antrittsbesuch bei den Addams und ihrer zukünftigen Schwiegertochter ankündigt. So nehmen die Dinge beim gemeinsamen Dinner ihren chaotisch-gruseligen Verlauf.

Die auf den legendären Cartoons von Charles Addams basierende Musicalkomödie um die sympathischen Gruftis feierte 2010 ihre erfolgreiche Broadway-Premiere, erlebte dort über 700 Aufführungen und erobert in deutschsprachiger Version nun auch die Herzen aller deutschen Musical-Fans.

Aufführungsdauer: ca. 2 ¾ Stunden


[...] Das ganze Ensemble leistet Vortreffliches, teilweise Artistisches in seinen Rollen. Die Kostümabteilung, die Maske, Requisite und das Licht waren voller Überraschungen und Verwandlungen. Musikalisch wandelte Florian Kießling das Theaterorchester zum Musicalorchester mit Keyboards, Gitarren, Saxophonen. Eine vielfarbige Musik von Tango bis Flamenco, vom Sologesang bis zum Septett. Die Solisten, das Ballett und der Opernchor hatten daran ihre helle Freude. Die Zuschauer ebenso. Sie klatschten heftig, kreischten, trampelten mit den Füßen und standen auf. [...]

Hans Walter, Volksstimme


[...] Die Premiere begeisterte das Publikum. Immer wieder gab es Szenenapplaus. [...] Eine Welle wird in Bewegung gesetzt, die jeden erfasst. Mit einer großartigen Ensembleleistung und vielen wunderbar gestalteten Einzelrollen wird das Publikum mit in diesen Strudel gezogen und darf sich genau wie die Akteure fragen, was denn eigentlich normal ist. [...]
[...] Für die richtige Stimmung sorgen in der Inszenierung von Klaus Seiffert auch die Kostüme und Masken der Darsteller. Herrlich morbide Gestalten bevölkern die Szenen. Und so mancher Gag – wie der Flug von Fester zum Mond – lässt die Geschichte um die Untoten zu einem großen Spaß werden. Die Musik erweist sich als wahrer Ohrwurm, der von manchem Theaterbesucher auf dem Heimweg noch gesummt und geschnippt wurde.

Sigrid Dillge, Mitteldeutsche Zeitung


[...] Darsteller, üppig gestaltete Kostüme und gruftig-gruselige Requisiten von Tom Grashof reißen alles raus. Unendlich viele kleine und große Details sieht man in der Bergtheater-Abendstimmung. [...]
Ob total irre Bankettszene, Humor bis hin zum Kalauer, schrille Töne und anrührende Lieder, das Stück ist mitreißend und einige Titel bleiben lange im Ohr. So erlebt das Publikum im Harzer Bergtheater in der Regie von Klaus Seiffert ein Musical mit bestechend morbidem Charme, das schaurig-schön und musikalisch weitgehend sicher daherkommt. Mario Mariano, der auch Co-Regisseur ist, lässt die Akteure, darunter das hiesige Ballett schwungvoll über die Bergbühne schweben. Vor allem beim obligatorischen Tango nach der Pause knistert die Luft vor Latino-Spirit und Leidenschaft.
Die exzentrischen Familienmitglieder frönen rund um die unterkühlt-elegante Morticia, die Gelind Schröder eher divenhaft-cool und mit Strenge gibt, und ihren leidenschaftlichen Mann Gomez, den Michael Rapke mit südländischem Akzent spielt und singt, ihrer düsteren Leidenschaft - dem Tod und seinen dunklen Schatten. [...]
Hier treffen wieder zwei große Sängerinnen am Tisch zusammen. Edith Jeschke, bis zur Rente am Haus engagiert, begegnet dem Publikum als 102jährige mannstolle Hexe entgegen, von der schließlich niemand so recht weiß, wessen Mutter sie eigentlich ist. Bettina Pierags dagegen ist die quetschgelb gewandete Durchschnitts-Alice, die sich nach einem Drink plötzlich lasziv auf dem Diner-Tisch lümmelt und all das Unterdrückte rauslässt. Herrliche Szene! Die heiratswillige Addams-Tochter spielt Marie-Luis Kießling rotzig und mit beachtlicher stimmlicher Leistung, deren Mann Florian die musikalische Leitung des Abends hat. [...]
Wie Tobias Amadeus Schöner mondgesichtig als Fester den Mond anhimmelt, Gijs Nilkamp als Zombiebutler Lurch nicht wirklich viel Text, doch viele Stöhner mit seiner reduzierte Mimik hat, einfach toll und oft urkomisch.
Nicht zu vergessen: Erzkomödiant Klaus-Uwe Rein, der als Mal sowohl an die Seite von Bettina Pierags passt als auch in Männergesprächen mit Gomez eine gute Figur macht. [...]

Uwe Kraus, Radio HBW, Sendung: „So ein Theater“


[...] Mit viel Szenenbeifall und anhaltendem Schlussapplaus honorierte das Publikum die gekonnt kurzweilige Inszenierung von Klaus Seiffert. Einfallsreiche schwungvolle Choreografien von Co-Regisseur Mario Mariano, ergänzt durch eine exzellente Masken- und Kostümabteilung (Bühnenbild und Kostüme: Tom Grasshof), zeichnen die Produktion aus.
Eindrucksvoll auch die stimmungsvolle Lichtgestaltung (Holger Hofmann) und die Ton- und Videotechnik (Kay Lautenbach) Die verschiedenen Stile des Musicals, von Tango, gefühlvoller Ballade oder klassischer Broadwaynummer, wurden von den Musikern des Städtebundtheaters unter der Leitung von Florian Kießling mit Präzision und Dynamik gespielt. [...]

Renate Petrahn, Volksstimme