
| Mo, 31.12.12, 15.00 Uhr | ➥ Großes Haus Quedlinburg | Premiereausverkauft | ||||
| Mo, 31.12.12, 19.00 Uhr | ➥ Großes Haus Quedlinburg | ausverkauft | ||||
| So, 20.01.13, 15.00 Uhr | ➥ Großes Haus Halberstadt | |||||
| Sa, 02.02.13, 19.30 Uhr | ➥ Großes Haus Quedlinburg | |||||
| So, 10.02.13, 15.00 Uhr | ➥ Großes Haus Halberstadt | |||||
| So, 17.02.13, 15.00 Uhr | ➥ Großes Haus Quedlinburg | |||||
| Sa, 02.03.13, 19.30 Uhr | ➥ Großes Haus Halberstadt | |||||
| Sa, 09.03.13, 19.30 Uhr | ➥ Großes Haus Quedlinburg | |||||
| Fr, 05.04.13, 19.30 Uhr | ➥ Großes Haus Quedlinburg | |||||
| Fr, 19.04.13, 19.30 Uhr | ➥ Großes Haus Halberstadt | zum letzten Mal | ||||
| Inszenierung | Rosmarie Vogtenhuber |
| Ausstattung | Bianca Fladerer |
| Jack Chesney, Junggeselle | Till Petri |
| Charley Wykeham, Waise und Junggeselle | Gregor Faubel |
| Brassett, Diener im Hause Jacks | Benedikt Florian Schörnig |
| Sir Francis Chesney, Vater des Jack, Witwer und Colonel in Ruhe | Gerold Ströher |
| Stephen Spettigue, Notar und Rechtsanwalt, Vormund und Onkel | Arnold Hofheinz |
| Anny Spettigue, Nichte des vorigen, offensichtlich Waise | Teresa Zschernig |
| Kitty Verdun, Mündel des vorigen, Waise | Julia Siebenschuh |
| Donna Lucia d'Alvarez, Witwe und Millionärin, Tante von Charley | Illi Oehlmann |
| Stimme des Kapitäns | MD Johannes Rieger |
| Statisterie des Nordharzer Städtebundtheaters |
Die Tante will feiern
Männer, die in Frauenkleidern stecken, sind nicht per se witzig. In „Charleys Tante“, von Rosmarie Vogtenhuber für das Nordharzer Städtebundtheater inszeniert, gelingt das. Das ist vor allem Benedikt Florian Schörnig zu danken, der sein ganzes komödiantisches Talent offenbart.
Der Erfolg liegt wohl auch darin, dass Schörnig als gebeutelter Diener Brassett ohne Fistelstimme, nicht affektiert und mit feiner Mimik als Queen-Mum-Verschnitt in eine Rolle schlüpft, die über Wohl und Wehe des Stückes entscheidet.
Darüber hinaus ist Rosmarie Vogtenhuber sozusagen eine sichere Bank, wenn es um heitere Inszenierungen mit witzigen Einfällen geht. Das hat sie mit Regiearbeiten für das Nordharzer Städtebundtheater schon öfter bewiesen. Nach dem !Weißen Rössl“ im vergangenen Jahr geht es nun also vom Wörthersee nach London, in die abgeschirmte Welt der vornehmen Gesellschaft, die Bianca Fladerer in ihrem Bühnenbild aus roten Schottenkaros, Stacheldrahtzaun und riesigen grünen Kunst-Pudeln nach dem Herzensglück streben lässt.[…]
Musikalisch begeleitet wird die launige Inszenierung von Swing und Samba, und am Ende wird noch ein bisschen von Hollywood geklaut: Die Verkleidung ist aufgeflogen, und Brassett sitzt mit kurzen Haaren und langen Ohrringen da: „Nobody is perfect!“ Das kennt man aus „Manche mögen’s heiß“ mit Tony Curtis und Marilyn Monroe; es passt freilich auch in die Bergtheater-Inszenierung. Die hat im übrigen weit aus mehr Publikum verdient als bei ihrer Premiere am vergangenen Sonnabend.
Rita Kunze / Mitteldeutsche Zeitung
Ein Feuerwerk der Verwechslungskomödie
Der 120 Jahre alte Klassiker “Charleys Tante” von Marcus Everding nach Brandon Thomas ist Vergnügen pur. Im Bergtheater Thale feierte die Inszenierung von Rosmarie Vogtenhuber für das Nordharzer Städtebundtheater am Sonnabend ihre umjubelte Premiere.
Österreicherin Vogtenhuber, seit Jahren höchst erfolgreich mit den Nordharz-Schauspielern zugange, machte mit ihrer Ausstatterin Bianca Fladerer und Dramaturg Sebastian Fust das, was sie immer macht: Sie nimmt das heitere Stück und seine Protagonisten ernst! Dadurch werden Witz und Situationskomik und die zweite Ebene des harten Loses des Dieners Brassett (Benedikt Florian Schörnig) wundervoll ausgespielt.
Die Neubearbeitung von Marcus Everding ist schärfer als das verplüschte Original. Er siedelt die Geschichte im Jahr 1912 an, dem Jahr des Untergangs der “Titanic”; die Rolle des Lord Babberly lässt er in der des Dieners Brassett aufgehen.[…]
Benedikt Florian Schörnig ist umwerfend komisch als Tante wider Willen. […] Dieser Brassett ist ein Paradestück für Schörnig. Er ist Mann durch und durch. Er spielt keinen Transvestiten, keine Schwuchtel - womit man oft wohlfeile Gags im Film und auf der Bühne bietet. Hinreißend zu erleben, wie er dank Regisseurin Vogtenhuber in den letzten Jahren in Halberstadt an Profil gewonnen hat - als Lehrer Klamm in seinem Krieg gegen die Schüler, jetzt als “Charleys Tante”, demnächst in Süskinds Monodrama “Der Kontrabass”. Hier wird ein großes schauspielerisches Talent ausgeformt.
Vogtenhubers kluge Regie hat Tempo, Charme und Rhythmus. Sie jagt ihre acht Schauspieler mit großartiger Kondition über die Höhen bis zu den unterirdischen Kellergängen des Bergtheaters. Und durch die Zeiten. Sie strukturiert das Stück musikantisch. Sie inszeniert die Pausen zwischen den Dialogen. Ihre Akteure heimsen dafür Szenenbeifall ein […]
Der Schluss gehört Schörnig und Hofheinz - mit dem Zitat “Nobody is perfect” aus Billy Wilders Film “Manche mögen’s heiß” und Paul Ankas Musik “You Are My Destiny”. Du bist meine Bestimmung - ein Muss für alle Besucher!
Hans Walter / Volksstimme