Crash-Kids

Jugendstück von Marcus Romer, Übersetzung aus dem Englischen von Jürgen Flügge

Mark Collinsky, genannt Colly, ist ein Typ, auf den die Mädchen stehen. Seine Maxime lautet: Einsteigen und abheben bis zum Nervenkitzel – Vollgas geben – und vor allem Spaß haben! Auch für Viper ist Colly der Traumboy. Als er eines Tages vor der Schule auf sie wartet, ist sie zu jeder Schandtat bereit, und jetzt heißt es: einfach einsteigen und losdüsen ... ohne Skrupel, ohne Grenze, ohne Kompromisse. Mit gestohlenen Autos auf der Überholspur rasend, entdeckt Viper eine aufregend unbekannte Welt. Doch der harte Realitäts-Check scheint unvermeidlich... denn: Lässt sich das tolerieren? Oder gar verantworten? Ist das die Freiheit, die wir meinen? Und wer meint was? ... aber sehen Sie selbst!

Inszenierung  Sebastian Stolz
Ausstattung  
Viper  Teresa Zschernig
Colly  Gregor Faubel
Tina (Stimme vom Band)  Julia Siebenschuh
Vipers Mutter (Stimme vom Band)  
Andy (Stimme vom Band)  Till Petri

Dem Traum vom Fliegen folgt der Absturz in die Realität

Eine der aufregendsten und beglückendsten Inszenierungen der letzten Zeit im Nordharzer Städtebundtheater ist das Jugendstück “Crash-Kids”. […] Ein Multitalent von Regisseur, ein tolles Stück, großartige Darsteller und eine assoziative Bühnenbildnerin - hier kam für den Erfolg alles zusammen.

[…] Viper (Teresa Zschernig) und Colly (Gregor Faubel) werden ein Paar. […] Zschernig und Faubel spielen die Annäherung der beiden mit unglaublicher Zartheit und Delikatesse. Wie Romeo und Julia. […]

Der junge Regisseur heißt Sebastian Stolz, geboren 1980 in Gera. Er denkt theatral-optisch in den Maßstäben der Handy-, iPod- und Game-Generation. Seine Inszenierung ist ungeheuer schnell und so sentimental wie ein Roadmovie. Er findet die Dreh- und Angelpunkte des Stücks, die Wechsel zwischen Rückblenden und rasanter Gegenwartshandlung (Dramaturgie: Sebastian Fust). Er strukturiert die Handlung mit Rock, Rap und Elektropop. Und er produzierte die herausragenden Videos durch die virtuellen Räume der Autorennen wie der sozial nahestehenden Menschen. […] An vielen Stellen verzahnt Stolz seine Videos mit der Bühnenhandlung und der Ausstattung. Das ist großartig.

Ausstatterin Susanne Bachmann schuf ein spielerisch leichtes Bühnenbild, auf dem wirklich alle Elemente in Aktion bedient werden; ihre Kostüme sind Teil der Geschichte! Theresa Zschernig und Gregor Faubel spielen Höhenflug wie Absturz. Man muss sie ihrer fantastischen Darstellung wegen einfach lieben. Sie bringen das Kunststück fertig, nicht nur für die Jugend, sondern auch für die älteren Besucher eine Geschichte für den Dialog der Generationen zu spielen. Ganz leicht, ganz unaufdringlich und schön.

Hans Walter / Volksstimme


Spaß um jeden Preis

[…] Teresa Zschernig (Viper) und Gregor Faubel (Colly) spielen darin mit großer Intensität ein junges Pärchen, dessen Träume von grenzenloser Freiheit in einem Desaster enden. […]

Moralische Kommentare wolle er nicht abgeben, sagt Stolz. Das braucht er auch nicht, denn das, was von Romers Text in der einstündigen Aufführung übrig bleibt, spricht ja für sich. „Wir verurteilen die Figuren nicht in ihrem Handeln“, betont der Regisseur. Die Zuschauer haben die Wahl, die ihnen freilich nicht leichtgemacht wird. Zschernig und Faubel zeichnen keine Schwarz-Weiß-Bilder, sondern wollen vielschichtigere Charaktere zeigen, bei denen sich den Älteren auch die Frage stellen mag: Was ist mit den Eltern? So ist dies nicht nur eine Inszenierung fürs junge Publikum.

Rita Kunze / Mitteldeutsche Zeitung