Was wird sein?
Spielzeit 2017/18

Dark-Fantasy

Jugendkonzert

Dirigentin: Ruth Reinhardt
Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters

Bernard Herrmann
„Psycho“

Wim Henderickx
„Le Visioni di Paura“
(„Angstvisionen“ nach Hieronymus Bosch „Inferno“)

Nichts für schwache Nerven! – Mit zwei äußerst zupackenden Kompositionen präsentiert sich das IMPULS-Festival für Neue Musik in Sachsen-Anhalt in diesem Jahr im Jugendkonzert des Nordharzer Städtebundtheaters. Dabei ist Fantasie gefragt, denn es geht um Mord und Hölle.

Der amerikanische Komponist Bernard Herrmann war mehr als ein Illustrator mit Noten – er schuf Parallelwelten, eigenständige Tonräume, die den Kinogänger umso stärker an die Handlung fesselten. Die mit ihrer an die Nerven gehenden Dramatik wohl berühmteste Filmmusik komponierte Herrmann 1960 für Alfred Hitchcocks Thriller „Psycho“. Das bekannteste musikalische Motiv schrieb Herrmann, der sich auch als Dirigent der New Yorker Philharmoniker und anderer Spitzenorchester einen Namen gemacht hatte, für das Instrument, dass er selbst in Vollendung beherrschte: die Violine. In der englischen Partitur steht als Vortragsanweisung für die Streicher nicht nur „fortissimo“, sondern auch „brutale“. Die Mordszene unter der Dusche wurde vor allem durch den Einsatz hochlagiger, dissonant kreischender Violinen zu einem der größten Momente der Filmgeschichte.
Herrmann verband eine langjährige Zusammenarbeit mit Hitchcock, u. a. für dessen Filme „Immer Ärger mit Harry“, „Vertigo“, „Der unsichtbare Dritte“ bis hin zu „Marnie“, er schrieb aber auch Musiken zu zahlreichen anderen Filmen, darunter von Orson Welles („Citizen Kane“), Francois Truffaut („Fahrenheit 451“) und Martin Scorsese („Taxi Driver“).

Wim Henderickx aus Belgien (geb. 1962) hingegen ließ sich 1990 für seine „Angstvisionen“ („Visioni di Paura“) von Hieronymus Boschs berühmtem Gemälde „Inferno“ inspirieren und zeigt, dass Neue Musik in einem aufregenden Kopfkino Bilder von Hölle und Verdammnis erzeugen kann. Während der Komposition im August 1990 erhielt das entstehende Werk durch den damals gerade einsetzenden Golfkrieg zusätzliche Dimensionen.

Wer wissen möchte, mit welchen Harmonien und Rhythmen Angst in Musik umgesetzt werden kann und wie solche Fantasien komponiert werden, ist herzlich willkommen zur „Dark-Fantasy“.


Mi, 02.11.16, 11.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Jugendkonzert