Was wird sein?
Spielzeit 2017/18

Der Barbier von Sevilla

Melodramma buffo in zwei Akten von Gioacchino Rossini Text von Cesare Sterbini nach Beaumarchais’ „Le Barbier de Séville„

Graf Almaviva hat sich im Prado von Sevilla unsterblich in ein junges Mädchen verliebt. Und ihm ist jedes Mittel recht, um die hübsche Rosina für sich zu gewinnen. Als Student „Lindoro“ getarnt und mittels nächtelanger leidenschaftlicher Serenaden-Konzerte versucht er, sich der Angebeteten zu nähern. Dabei gilt es allerdings, Dr. Bartolo, den argwöhnischen Vormund Rosinas, zu umschiffen, der eifersüchtig jeden Schritt des Mädchens kontrolliert und leider selbst beabsichtigt, sein gut betuchtes Mündel zu ehelichen. Turbulenzen scheinen also unausweichlich. Doch glücklicherweise kann Almaviva seinen alten Freund, den liebenswerten wie einfallsreichen Barbier Figaro, für die Durchsetzung seiner amourösen Interessen einspannen. Figaro schafft Abhilfe, indem er durch seine Redseligkeit sowie eine Reihe von Maskeraden und raffiniert eingefädelten Intrigen soviel Chaos und Verwirrung stiftet, dass zu guter Letzt der heimlichen Heirat des Grafen mit Rosina nichts mehr im Wege steht.

Dass es sich bei dieser amüsanten Geschichte aus der Feder des schillernden französischen Autors, Waffenschmugglers und Geheimagenten Beaumarchais um ein ausgesprochen effektvolles Bühnensujet handelt, erkannte nicht nur Rossini, dessen Librettist Sterbini in seiner 1816 in Rom uraufgeführten Buffo-Oper auf Beaumarchais' Komödie „Der Barbier von Sevilla oder Die nutzlose Vorsicht“ von 1775 zurückgriff. Bereits Mozart hatte in seiner „Hochzeit des Figaro“ von 1786, wo die pikante Fortsetzung der Geschichte von Graf Almaviva, Rosina und Figaro erzählt wird, das große Potential des Beaumarchais-Stoffes für das musikalische Theater unter Beweis gestellt. Nicht ohne Grund – dank musikalisch humorvoll gezeichneter Charaktere, brillanter Solopartien wie auch mitreißend-eingängiger Melodien und temporeicher Ensembles – gehört Rossinis kurzweiliges Lustspiel weltweit nach wie vor zu den meistgespielten Opern.

In Kooperation mit der Theater Vorpommern GmbH.

Aufführungsdauer: ca. 2 ¾ Stunden

Kann man die komischste aller Opern noch komischer machen? Susanne Knapp (Inszenierung) und ihre Schwester Jacob Knapp (Bühne und Kostüm) vermögen es. […] So flott Gioacchino Rossini seinen „Barbier von Sevilla“ geschrieben hat, so bringen die dynamischen Schwestern die komische Oper auf die Quedlinburger Premieren-Bühne. […]
Ob Kavatine, Kanzone für Rosina oder die finalen Läufe voller Furiosität, Tenor Max An wirkt bestens präpariert und frisch bis zum letzten Ton. Eine Sternstunde erlebt Bénédicte Hilbert. […] Jugendfrisch und mit beeindruckend sprudelnder Leichtigkeit schraubt sie sich mit leidenschaftlichem Timbre locker in musikalische Höhen. […]
Klaus-Uwe Rein mixt in sein komödiantisches Spiel Altersweisheit, verschrobene Liebhaber-Allüren und viel Kauziges. Dass er stimmlich überzeugend agiert, bleibt keine Frage. Auch die zweite Frauen-Rolle bei Rossini, die handfeste Marcellina, wird dank Bettina Pierags zum Sahnestück. […]
Und der titelgebende Barbier? Michael Rapke fügt sich in das mit großen Arien und Rezitativen sehr verständlich agierende Ensemble bestens ein. Der große Fädenzieher tut das mit geschmeidiger Stimme und dem nötigen Gefühl für Rossini. […]. So ist der opulente Schlussapplaus für ein begeisterndes Opern-Vergnügen allemal mehr als verdient.

Uwe Kraus, Mitteldeutsche Zeitung


Genialer Rossini! Seine absolute Erfolgsoper „Der Barbier von Sevilla“ in der Regie von Susanne Knapp bescherte dem Nordharzer Städtebundtheater wie dem Publikum gleichermaßen ein riesiges Vergnügen zu Weihnachten. […]
Alles auf der Bühne wurde bespielt. Es gab nichts Überflüssiges. Auftrittsorte und Überraschungen pur mit zweietagigen hohen Wänden, Klappen, Türen, Projektionsflächen für Schattenspiel. […] Es war sängerisch und darstellerisch eine Traumbesetzung! […]
[Knapp] verzichtete auf die Verkleidung des von Jan Rozehnal studierten achtköpfigen Männerchores als Soldaten. Stattdessen bildete er eine Brassband, die zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten und Orten slapstickartig ins Geschehen eingriff. Großes Vergnügen! […]
Das Orchester unter der Leitung des 1. Kapellmeisters Kari Kropsu spielte „seinen“ Rossini hinreißend! Der Dirigent hielt dabei Orchestergraben und Szene bestens zusammen, vor allem in den quirligen Finales […] Begeisterter Schlussapplaus. Ein schönes Weihnachtspräsent! […]

Hans Walter, Volksstimme