Spielzeit
2019/20

Der fliegende Holländer

Romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner
Libretto vom Komponisten

Ein mit einem Fluch beladener Mann, der zu ewigem Leben verdammt ist, ein Schiff mit blutroten Segeln, das jedem, der ihm begegnet, Unglück bringt, eine junge Frau, die sich geschworen hat, dem Untoten, der nur durch die treue Liebe einer Frau gerettet werden kann, Erlösung zu bringen und dafür ihr Leben opfert...

Dass diese schauerlich romantische Sage durchaus etwas mit uns heute zu tun haben könnte und die Probleme und Ängste, die die Figuren umtreiben, gar nicht so weit weg sind von dem, was uns heute bewegt, macht für Regisseurin Birgit Kronshage diesen Wagnerschen Opernstoff so spannend: „Heimatlosigkeit, Orientierungslosigkeit, die Sehnsucht nach dem sicheren Hafen und die Unfähigkeit, Beziehungen einzugehen: um sich als Spielball auf den Wellen des Schicksals zu fühlen, muss man nicht unbedingt der Schrecken der Meere sein. So sehr der Holländer an der Legende seiner eigenen Großartigkeit arbeitet und sich mit der Aura der Geisterhaftigkeit umgibt, so wenig ist er dem Leben eigentlich gewachsen. Andere Menschen sind bloß dazu da, ihm seine Großartigkeit widerzuspiegeln – und wehe, sie versagen darin, dann bereitet er ihnen die Hölle auf Erden. Weil er nichts anderes kennt als diese Hölle. Wer mit so viel Lieblosigkeit aufwächst wie Senta, die ihrem Vater Daland nicht viel mehr ist als ein Stück Ware, das dem Meistbietenden weitergereicht wird, ist nicht in der Lage, wirklich zu lieben. Deshalb liebt sie ein Idol, auf das sie ihre eigenen Träume und Wünsche projizieren kann. Die Begegnung mit dem Ziel ihrer Träume überfordert sie letztlich beide. Den Tod zu suchen kann für beide nicht die (Er-)Lösung sein, nur eine Flucht.“

Wir danken der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt für die freundliche Unterstützung dieser Produktion.

Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden 20 min (eine Pause)
Fotos: Ray Behringer

Sa, 09.11.19, 18.30 Uhr    Alte Kantine Halberstadt im Rahmen der Premiere
Sa, 09.11.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Premiere
So, 24.11.19, 15.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg
Sa, 07.12.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Sa, 28.12.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
So, 26.01.20, 16.00 Uhr    Lessingtheater Wolfenbüttel
Fr, 07.02.20, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Di, 18.02.20, 19.30 Uhr    Stadthalle Rheine
So, 23.02.20, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Sa, 28.03.20, 19.30 Uhr    Theater Arnstadt letztmalig
Musikalische Leitung  MD Johannes Rieger
Inszenierung  Birgit Kronshage
Ausstattung  Andrea Kaempf
Dramaturgie  Susanne Germer
Chor  Jan Rozehnal
Holländer  Juha Koskela
Daland  Gijs Nijkamp
Senta  Annabelle Pichler
Erik  Ünüşan Kuloğlu
Mary  KS Gerlind Schröder
Steuermann  Tobias Amadeus Schöner
  Opernchor und Verstärkungschor des Nordharzer Städtebundtheaters
  Harzer Sinfoniker

Pressestimmen: Der fliegende Holländer

Volksstimme

Von Dr. Joachim Lange

„(...) Juha Koskela und Annabelle Pichler sind die Zierden des Ensembles. Die halten auch diesmal, was ihre Namen versprechen. Zur stattlichen Erscheinung des fremden Seemanns kommen sein kultiviert eingesetztes Timbre und sein gestaltendes Singen. Vom großen Anfangsmonolog „Die Frist ist um“ bis zum Finale, bei dem er Senta freizugeben versucht. Dalands Tochter freilich ist das Glanzlicht des Abends – eine in jeder Hinsicht idealtypische Senta, die weder in ihrer Einstiegsballade noch in den dialogischen Passagen mit dem Holländer etwas schuldig bleibt. So gewinnt die große gemeinsame Szene der beiden eine vokale Strahlkraft (...)“

Volksstimme

Von Renate Petrahn

„(...) Die Harzer Sinfoniker unter der Leitung von MD Johannes Rieger begleiten die Sänger sensibel und emotional. Schon mit der Ouvertüre lässt sich das Orchester in der Farbigkeit der Streicher und er Akkuratesse der Bläser auf die zukünftige Dramatik ein und hält den Spannungsbogen von Anfang bis Ende. (...)“

Mitteldeutsche Zeitung

Von Uwe Kraus

„(...) Juha Koskela offenbart seine dynamische Bandbreite, wirkt in den Höhen nicht übermäßig hart und Dunkel in den tieferen Lagen. Der Titelheld erschließt den romantischen Zauber dieser Oper und überzeugt im Duett mit der bestens disponierten Annabelle Pichler. Große Effekthascherei ist nicht das Ding von Koskela, der sich dämonisch wie verzweifelt durch sein Untoten-Leben quält. (...)“