Spielzeit
2018/19

Der Liebestrank

Oper in zwei Akten
Textbuch von Felice Romani nach dem Libretto von Augustin Eugène Scribe zur Oper „Le Philtre“ von Daniel Francois Esprit Auber
Musik von Gaetano Donizetti

Nemorino ist bis über beide Ohren in Adina verliebt, hat aber zu wenig Selbstbewusstsein, sie offensiv zu umwerben. Also besorgt er sich bei dem geschäftstüchtigen Dulcamara einen vermeintlich hoch effektiven Liebestrank, der seine erotische Attraktivität steigern soll...
Donizettis „Liebestrank“ kreist um die Themen Geld, Erfolg, Macht und Liebe – zeitlose Themen, die die Menschheit wohl schon immer beschäftigten. Regisseurin Rebekka Stanzel entdeckt im Sujet von Donizettis Oper, in der die Welt zeitweise wie ein Irrenhaus anmutet, verblüffende Parallelen zu heutigen Selbstoptimierungszwängen: „Für die Liebe sind wir bereit, sehr viel zu tun, sehr viel mit uns machen zu lassen – wir jagen ihr ebenso nach wie Geld, Macht und Erfolg ganz allgemein – und erschöpfen uns auf dieser Jagd zutiefst selbst. (...) Wer wäre da nicht reif fürs Sanatorium? Und zwischen Minderwertigkeitskomplexen und Selbstverbesserungswahn versuchen alle, sich zu einer stetig besseren Version ihrer selbst umzumodeln – dazu ist vielen beinah jedes Mittel recht. Je schneller es geht und je müheloser, desto besser: ein gefundenes Fressen für Fitnessgurus, Selbstfindungsapostel und alternative Glaubensführer wie es Dulcamara oder auch Belcore sind. Eine ganze Optimierungsindustrie, die viel Geld mit den Sorgen und Ängsten um die ‚Unzulänglichkeiten‘ der Menschen verdient. Denn alle spielen dieses Spielchen mit, auf die eine oder andere Weise – aber meistens geht es dabei um dieses eine Thema, das auch den jungen Nemorino so bewegt: ‚Wer hat mich lieb?‘ oder – spezifischer – ‚Warum nur hat mich diese eine und so wie ich bin NICHT lieb?‘ “

Aufführung in der Originalsprache mit deutschen Übertiteln

Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden 30 Minuten (eine Pause)
Fotos: Ray Behringer

Sa, 10.11.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Premiere
Sa, 24.11.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Fr, 07.12.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg
So, 16.12.18, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Di, 25.12.18, 18.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
So, 03.02.19, 16.00 Uhr    Theater der Altmark Stendal
Fr, 08.02.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Do, 14.02.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
So, 10.03.19, 15.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Fr, 05.04.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Fr, 26.04.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Musikalische Leitung  Kari Kropsu
Inszenierung  Rebekka Stanzel
Ausstattung  Andrea Kaempf
Dramaturgie  Susanne Germer
Chor  Jan Rozehnal
Adina  Benedicte Hilbert
Nemorino  Max An
Belcore  Juha Koskela
Dulcamara  Gijs Nijkamp
Gianetta  Bettina Pierags
Soldat  N.N.
  Orchester, Opernchor und Verstärkungschor des Nordharzer Städtebundtheaters
„(...) Kari Kropsu macht sich am Pult des Orchesters so flott und leichtfüßig zum Anwalt von Donizettis durchweg gut unterhaltender und mitreißender Musik, als würde er gleich noch Rossini mitliefern. Dabei lässt er den Tenor Max An als Nemorino drauflosschmettern oder schmachten und Bénédicte Hilbert als seine Adina mit kultivierter Frische losträllern, dass es eine Freude ist. (...)“

Dr. Joachim Lange, Volksstimme

„(...) ‚Der Liebestrank’ im Nordharzer Städtebundtheater ist ein Abend der schönen Stimmen, lebhafter Aktion, vor allem des Chores, und eines harmonischen Szenenflusses. Die Adina von Bénédicte Hilbert klingt so frisch, natürlich und mühelos, wie man es sich für diese Partie nur wünschen kann. Selbst die halsbrecherischen Koloraturen tönen bei ihr wie eine Selbstverständlichkeit. Ihr Timbre unverwechselbar. Ihre Präsenz, ihr ausdruckstarker Wandel von einer Umworbenen zu einer Werbenden ist beeindruckend. (...)“

Renate Petrahn, Volksstimme

„(...) Gijs Nijkamp gibt stimmlich auf der Höhe, hervorzuheben das Duett mit Adina, den perfekten Typen auf der großen Verkaufsshow des Lebens. Er lebt gut als Quacksalber mit Rollkoffer, dem Dicke, Dumme und Verliebte gleichermaßen vertrauen. Dirigent Kari Kropsu dirigiert forsch-frisch, meidet aber das Abgleiten in italienisches Dolce-vita-Gebahren. Er erarbeitet mit seinem Klangkörper die Leidenschaft und Tiefe, selbst Dramatik, die Donizetti in seine Partitur hereinkomponiert hat. Es wird nicht frei von Süße geschmachtet und eine gewisse Tragik ausgebreitet. Auch wenn die Wohlfühl-Oper glücklich und ohne Tote endet. (...)“

Uwe Kraus, Mitteldeutsche Zeitung

„(...) Mit ausgezeichneter Personenführung hatte die Regisseurin die Akteure zu viel Bewegung animiert sowie die unterschiedlichen Gemütslagen und Beziehungen zueinander gut nachvollziehbar herausgearbeitet – da machte es einfach Spaß zuzusehen. (...)“

Gerhard Eckels, DER OPERNFREUND