Spielzeit
2018/19

Der Vogelhändler

Operette in drei Akten von Carl Zeller
Textbuch von Moritz West und Ludwig Held
nach der Comédievaudeville "Ce que deviennent les roses"
von Victor Varin und de Biéville

Die plötzliche Jagd-Absage des Kurfürsten ist fatal, denn Baron Weps spekulierte auf ein Sümmchen aus der Gemeindekasse zur Schuldentilgung seines Neffen Stanislaus. Und Vogelhändler Adam hatte sich eigentlich eine lukrative kurfürstliche Anstellung erhofft, um endlich seine Brief-Christel heiraten zu können. Als Stanislaus in die Rolle des Kurfürsten schlüpft, scheint das ein perfekter Plan zu sein. Doch da auch die Kurfürstin eingetroffen ist, um inkognito den erotischen Abenteuern des flatterhaften Gemahls nachzupirschen, sind einige Turbulenzen und Überraschungen vorprogrammiert...
Der Evergreen „Der Vogelhändler“ soll in Andrea Moczkos Inszenierung für das Nordharzer Städtebundtheater „als Operette bleiben, was es ist: Kurzweilige Unterhaltung mit kleinen Seitenhieben, emotionalen Verwirrungen, witzigen Dialogen und natürlich mitreißender Musik. Trotzdem versuche ich ihm eine gewisse ‚Frischzellenkur‘ zu verpassen: eine heutige Sicht auf die Figuren bleibt nicht aus, sie werden quasi mit zärtlicher Ironie in Szene gesetzt. Verlegt wird die Handlung in die 50er Jahre, da die gesellschaftlichen Strukturen dort noch sehr konservativ waren, aber ein gewisses ‚Rebellentum‘ sich anfing durchzusetzen. Und nicht zuletzt bietet auch die Mode der 50er eine wunderbare Grundlage für echte ‚Hingucker‘-Kostüme.“

Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden (eine Pause)
Fotos: Ray Behringer

Do, 27.09.18, 15.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Wiederaufnahme
Mi, 03.10.18, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt
So, 14.10.18, 18.00 Uhr    Theater der Altmark Stendal
So, 28.10.18, 15.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Do, 22.11.18, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Sa, 01.12.18, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Fr, 14.12.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Fr, 28.12.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Sa, 02.02.19, 19.30 Uhr    Theater Eisleben
Fr, 22.02.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
So, 24.03.19, 17.00 Uhr    Rathenow
So, 28.04.19, 15.00 Uhr    theater itzehoe
Musikalische Leitung  Kari Kropsu
Inszenierung  Andrea Moczko
Ausstattung  Tom Grasshof
Choreographie  Andrea Moczko / Can Arslan
Dramaturgie  Susanne Germer
Chöre  Jan Rozehnal
Kurfürstin Marie  Runette Botha
Baronin Adelaide, Hofdame  KS Gerlind Schröder
Baron Weps, kurfürstlicher Wald- und Wildmeister  Klaus-Uwe Rein
Graf Stanislaus, dessen Neffe  Max An
Adam, Vogelhändler aus Tirol  Tobias Amadeus Schöner
Die Briefchristel, seine Braut  Benedicte Hilbert
Schneck, Dorfschulze / Hoflakai  Gijs Nijkamp
Süffle, Professor  Juha Koskela
Würmchen, Professor  Norbert Zilz
Wirtin  Thea Rein
Emerenz, Schnecks Tochter  Amrei Wasikowski
  Orchester, Opernchor, Verstärkungschor, Ballett des Nordharzer Städtebundtheaters
„(...) ‚Der Vogelhändler’ des Nordharzer Städtebundtheaters ist vor allem eine glanzvolle Demonstration des gesanglichen und darstellerischen Potenzials der Sängerinnen. Runette Botha wird jeder Facette ihrer Rolle gerecht, sei es als schöne Kurfürstin und Landesmutter, sei es als Bauernmädchen Marie, sei es als liebende und eifersüchtige Ehefrau, berührend in ihrem Solo ‚Als geblüht der Kirschenbaum’. Die liebreizende Benedict Hilbert ist eine Idealbesetzung der Christel von der Post. Sie singt frisch und scheinbar mühelos bis in die höchste Höhe hinaus, becirct die Männer und bietet neben viel Schmelz ein klein wenig Schmalz. KS Gerlind Schröder gestaltet Augenzwinkernd und komödiantisch ihre Rolle als Baronin Adelaide. Die männliche Hauptrolle, der Vogelhändler, singt klar und durchweg gut verständlich Tobias Amadeus Schöner, der sich als rechter Naturbursche mit leicht tirolerischem Anklang gibt. (...)“

Renate Petrahn, Volksstimme

„(...) Jan Rozehnal stimmlich sauber und darstellerisch frisch agierender Chor besticht ebenso wie die Choreographie, die Regisseurin Andrea Moczko mit Ballett-Chef Can Arslan schuf. Köstlich, wie die Ballett-Frauen bei ‚Denn bei der Post geht es nicht so schnell’ fast einschlafen. Die volksliedhaften Melodien schmeicheln sich in die Besucherohren, die Komik kommt nicht zu kurz, wenn Kurpfälzer höfisch-aristokratische Welt aufs Milieu eines Bauerndorfes trifft (...) Benedicte Hilbert ist eine wunderbare Christel von der Post, die mühelos auch die Höhen der Partitur meistert und durch liebreizendes, aber auch deftig zupackendes Spiel überzeugt. KS Gerlind Schröder überzeugt durch gesangliches Vermögen, aber auch durch das komödiantische Ausschöpfen der Rolle ihrer Baronin Adelaide. (...)“

Uwe Kraus, Mitteldeutsche Zeitung

„(...) Andrea Moczko inszeniert im Areal der Naturbühne auch das pralle Dorfleben gekonnt (Chor: Jan Rozehnal). Dabei verortet die Regisseurin Die Handlung in die 1950er-Jahre mit wunderschönen knallbunten Kostümen und viel Folklore im Outfit der Dörfler (Ausstattung. Tom Grasshof). Vor allem inszeniert sie mit ironischem Blick. Besonders gelungen ist ihr das bei den beiden Professoren Süffle (Juha Koskela) und Würmchen (Norbert Zilz) mit ihrem hinreißenden ‚ich bin der Prodekan’ und der Hofdame Adelaide, der KS Gerlind Schröder viel komödiantisches Profil gibt. (...)“

Herbert Henning, Orpheus