Spielzeit
2018/19

Der Zigeunerbaron

Operette in drei Akten von Johann Strauss, Libretto von Ignaz Schnitzer

Der notorische Außenseiter und Herumtreiber Barinkay kehrt aus dem Exil in sein Heimatdorf zurück. Die Einwohner spielen seit Jahrhunderten mit den ansässigen Zigeunern Cowboy und Indianer. Man hasst sich, man streitet um Grenzen, ab und zu gibt es eine ordentliche Prügelei – und so kommen alle prima miteinander aus.
Barinkay will hier sein Erbe antreten und schlägt sich rasch auf die Seite der Zigeuner, da die Tochter des Schweinefürsten Zsupán ihn zurückweist und als „Zigeunerbaron“ verspottet. Doch ein Blick der jungen Saffi genügt und aller Kummer ist vergessen: Barinkay heiratet sie nach Zigeunerart. Mit diesem Schritt wechselt er die Seiten und mischt die Gemeinschaft vollständig auf.

Im „Zigeunerbaron“ handelt Strauss meisterhaft große Themen mit lockerer Feder ab: Den Umgang mit dem Fremden, die Suche nach Identität, die Sehnsucht nach der Heimat und das Streben nach Glück. Am Ende steht ein Augenzwinkern über menschliche Unvollkommenheiten – schließlich werden im Land der leichten Muse auch die größten Herausforderungen geschultert.

Zeit für die leichte Muse

Das Miniaturdorf auf der Bergtheater-Bühne wirkt wie zugeweht und konserviert, irgendwo im Banat, als die k.u.k-Welt noch in Ordnung schien. Nur gelegentlich erhebt sich jemand und steigt auf eines der Dächer. Weitblick bringt das kaum. Regisseurin Birgit Kronshage lässt ihren Zigeunerbaron in einem „Ort von wilder Poesie versunken im Sand der Zeit“ spielen. Ihre Ausstatterin Andrea Kaempf nimmt diese Idee auf.

Uwe Kraus / Mitteldeutsche Zeitung


Zeitloses Spektakel unter freiem Himmel

Regisseurin Birgit Kronshage fand viele spannende Gedanken für ihre Inszenierung.

Den Löwenanteil des Erfolgs heimsten Runette Botha als liebreizende Saffi und Tobias Amadeus Schöner als Draufgänger Sándor Bárinkay ein.

Hans Walter / Volksstimme