Spielzeit
2018/19

Der Geizige

Komödie von Molière
übersetzt von Wilfried Minks und Thomas Körner

Ist Geiz geil? In einer Welt, in der es en vogue geworden ist selbstsüchtig, eigennützig und habgierig zu sein, brauchen wir Komödien wie diese. Molière ist dabei Meister im Spiegeln. Er bringt uns zum Lachen über Schwächen, die wir selber haben, weil wir sie nur in unserem Platznachbarn vermuten. Der Geizkragen Harpagon ist besessen von seinem Reichtum und knauserig. Die Katze eines Nachbarn zeigt er an, weil sie seine Essensreste verspeist; dabei stiehlt er selbst den Hafer seiner Pferde. Seinen Kindern untersagt er Liebesheiraten nur, um die Mitgift sparen zu können. Und alle Diener werden vor Weihnachten entlassen, damit er ihnen nichts schenken muss. Er ist korrupt, anfällig für Opportunismus und stiftet dadurch Chaos. Molières Komödie schafft es hintergründig humorvoll, unsere Liebe zum Geld und zu uns selbst der Lächerlichkeit preiszugeben.
Jean-Baptiste Molière ist einer der großen französischen Klassiker und machte die Komödie zu einer der Tragödie potenziell gleichwertigen Gattung. Vor allem erhob er das Theater seiner Zeit zum Diskussionsforum über allgemeine menschliche Verhaltensweisen in der Gesellschaft.

Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden 30 Minuten (eine Pause)
Fotos: Ray Behringer

Mo, 31.12.18, 15.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Premiere Karten
Mo, 31.12.18, 19.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg ausverkauft
Sa, 19.01.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Sa, 02.02.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Sa, 16.02.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
So, 03.03.19, 15.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
So, 10.03.19, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Fr, 29.03.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Sa, 20.04.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Fr, 03.05.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
So, 19.05.19, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Inszenierung  Thomas Wingrich
Bühnenbild und Kostüme  Gesine Ullmann
Dramaturgie  Daniel Theuring
Harpagon  Arnold Hofheinz
La Fleche / Jacques / Anselmo  Stefan Werner Dick
Elise / Frosine  Swantje Fischer
Mariane  Anne Wolf
Cleante  Eric Eisenach
Valere / Simon  Jonte Volkmann
„(...) Arnold Hofheinz züchtigt übergriffig seine erwachsenen Kinder und sein Personal, mischt Gockelstolzieren mit Verfolgungswahn, eilt davon, wenn es knifflig wird, schlurft senil durchs Haus. Nicht seine Kinder drückt er ans Herz, sondern die Geldkassette. Wird Geld zum Maß aller Dinge, fehlt oft Glück und kommt Einsamkeit. Da hilft es nicht, die für ihn viel zu junge und vom Sohn begehrte Mariane ob seines Vermögens ehelichen zu wollen. So erlebt das Publikum reichliche zwei Stunden lang Liebe, Hiebe und Intrige. Und doch holt die Inszenierung nicht mit der klamottigen Keule aus, um das Verhungern von Gefühl im Wohlstand zu offenbaren. (...)

Uwe Kraus, Mitteldeutsche Zeitung

„(...) Thomas Wingrich hat eine turbulente Komödie inszeniert, die frivol und frech das Publikum bestens unterhält und den vielen Lachern durchaus bittere Untertöne beizumischen versteht. Ganz so, wie es Jean-Baptiste Molière in seinem 1668 von ihm selbst uraufgeführten Stück vorsieht. (...) Das Stück in der Dramaturgie von Daniel Theuring bietet Wortakrobatik, ein bisschen Slapstick und lässt den Akteuren dennoch Raum, bei aller groben Rollenzeichnung den Figuren Leben zu geben. (...)“

Sabine Scholz, Volksstimme