Was wird sein?
Spielzeit 2017/18

Patricks Trick

von Kristo Šagor

Patrick hätte gerne einen großen Bruder! Das geht jedoch nicht, da Patrick schon auf der Welt ist und noch gar keine Geschwister hat. Jetzt hilft nur noch eine Adoption – oder wäre ein kleiner Bruder auch okay? Heimlich belauscht Patrick seine Eltern – und ja! Er bekommt einen Bruder. Aber halt! Wie? Trisomie was? Erst mal googeln.
Ok, Patrick wird selbst großer Bruder und eines ist klar: Er muss seinem kleinen Bruder helfen. Der wird vielleicht nicht sprechen können. Patrick fragt Freunde, überwindet sich und geht zur Deutschlehrerin Frau Schlepper. Er nimmt es sogar mit dem kroatischen Boxer auf und lernt einen seltsamen Professor kennen. Wer kann ihm helfen? Oder gibt es gar keine pauschalen Antworten?

„Patricks Trick“ ist ein aktuelles Stück über den Umgang mit Krankheit, Behinderung und Anderssein. Kristo Šagor erzählt einfühlsam von einem Jugendlichen, der sich den großen Fragen des Lebens stellt, kämpft und schließlich mit den Aufgaben wächst.

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde

Das Bühnenbild (Ausstattung Bianca Fladerer): eine Mauer aus weißen Quadern. „Für mich steht Patrick vor einer weißen Wand, einer Tabula rasa. Aus jeder Frage erwachsen tausend weitere. Jede Antwort ist wieder eine Frage“, sagt Regisseurin Rosmarie Vogtenhuber […].
Patricks Begegnungen sind ein Fest für zwei Schauspieler: Sebastian Borucki und Stefan Werner Dick präsentieren in einer Stunde pausenlos Rollen- und Stimmungswechsel; sie lassen das Publikum kichern, lachen und im nächsten Moment betroffen schweigen. […]
Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen öffnen Borucki und Dick ein Fenster zu einer Welt, die vielen oft verborgen bleibt […].

Rita Kunze, Mitteldeutsche Zeitung


„Patricks Trick“ erlebte in Anwesenheit des Autors Kristo Šagor seine Premiere in Quedlinburg. Zuschauer waren zum größten Teil Gymnasiasten. Sie applaudierten heftig. […]
Patrick und sein Bruder erspielen sich die Handlung in kleinen Etüden. […] Der Wechsel zwischen Personen und Lebensumständen geht blitzschnell. Über das assoziationsoffene Bühnenbild und über den Wechsel von Kostüm-Accessoires, aber im Wesentlichen über Schauspielerisches und über die Sprache. […] Haltungen und Sprache – das sind die Geheimnisse, die der Autor seinen Helden mitgab, sie als vollgültige Menschen zu etablieren – von Vogtenhuber und Fladerer intelligent entschlüsselt. […]
Ein wenig erinnert „Patricks Trick“ an „Tschick“. Philosophischer Anspruch in einem großen Theaterabend von nur 60 Minuten für alle Beteiligten. Dem Autoren gereichte er zur Freude.

Hans Walter, Volksstimme