Was wird sein?
Spielzeit 2017/18

Romeo und Julia

Tragödie von William Shakespeare, übersetzt von Thomas Brasch

Die größte Liebesgeschichte der Weltliteratur: Romeos und Julias Liebe ist grenzenlos, aber es herrscht Krieg zwischen ihren Häusern. Die Feindschaft der Montagues und Capulets besteht seit Generationen – ein blutiger Kampf: Arm gegen Reich. Doch Romeos und Julias Hingabe füreinander ist stärker als der Zwang ihrer Familien! Daher trotzen sie der Feindseligkeit ihrer Umgebung und treffen sich heimlich.
In Pater Lorenzo finden sie einen Vertrauten, der Frieden will. Zur Versöhnung beider Häuser verheiratet er die jugendlich Liebenden – hinter dem Rücken der Familien. Dass dies nicht lange unbemerkt bleiben kann, ahnen Romeo und Julia bereits; aber ihre Leidenschaft ist kompromisslos. Die grenzenlose Liebe endet mit der Bereitschaft, füreinander zu sterben.

2016 ist Shakespeare-Jahr! Vor vierhundert Jahren ist der geniale englische Dramatiker gestorben, seine Stücke bleiben jedoch unsterblich. „Romeo und Julia“ ist ein erstes Meisterwerk!

Wir danken dem Musik- und Theaterverein Quedlinburg für die freundliche Unterstützung dieser Produktion.

Aufführungsdauer: ca. 2 ¾ Stunden


[...] Es war eine wahnsinnige Herausforderung. [...] Sie wurde mit genau abwägendem Intellekt des Regisseurs Gregor Turecek, mit Improvisationstalent der Ausstatterin Andrea Kaempf, mit größter Spielfreude und Musikalität des Ensembles gemeistert. Auf der Bühne war ständig Bewegung und Leben.
Turecek und sein Dramaturg Sebastian Clar fanden eine kluge Lesart für die Feindschaft zwischen den beiden bestimmenden Geschlechtern in Verona. Und damit auch für das Selbstverständnis der heutigen Zuschauer, die durch die immer weiter klaffende Schere zwischen Arm und Reich teilweise krass verunsichert werden.
Die Montagues sind eine Gang der Loser. Die Capulets sind stinkreich. [...] Diese erbitterte Sicht ist stringent. Die Kapitalismuskritik wird unterstützt durch die Übersetzung von Thomas Brasch. Sie ist direkt, derb, schweinisch und zupackend, ist poetisch und realistisch-lapidar zugleich. Es ist die direkte Sprache junger Leute. [...]
Man glaubt Romeo und Julia unbedingt ihre übergroße Liebe und Leidenschaft. Ergreifende Bilder der Todtraurigen Geschichte. [...]

Hans Walter, Volksstimme


[...] Die Macht des Geldes, Graf Paris (Sebastian Borucki) schmeißt es kiloweise um sich und Sir Capulet regelt mit Scheinen viel in der Schein-Welt, steht der Kraft der Liebe im Wege. [...]
Das Publikum erlebt feine Kampf-Choreographien (Franziska Deutscher) mit Kraft, Beweglichkeit und Finesse der Darsteller und einen prallen Shakespeare-Abend mit Spielwitz. [...]
Gregor Turecek schafft es, Sinnlichkeit und zärtliche Szenen zwischen den beiden Liebenden zu schaffen, obwohl immer wieder Gefahr fürs junge Glück lauert. Mona Luana Schneider und Curdin Caviezel füllen diese Rollen facettenreich bis hin zur berühmten Lerche-Nachtigall-Szene. Konsequent erspart der Regisseur Darstellern wie Zuschauern ein Übermaß an romantisch-kitschigen Verrenkungen. [...]
Eine starke Ensemble-Leistung. Bis auf Mona Luana Schneider (Julia) übernimmt jeder einschließlich Gast Philipp Myk (Mercitio, John, Diener) mehrere Rollen. Lisa Marie Liebler wechselt als Benvolio und Diener das Geschlecht und schlägt sich auch in den Kämpfen prima. Arnold Hofheinz agiert als Prinz im Rollstuhl, um wenig später als unkonventioneller Bruder Lorenzo das junge Glück zu trauen oder ein Betäubungsmittel-Fläschchen aus der Kutte zu zaubern. Der neu engagierte Stefan Werner Dick spielt die Eltern Capulet, als machtbewusster, gut vernetzter Vater, der seine Tochter mit Graf Paris dem Geldadel andienen will, und als Mutter, die Mütterlichkeit eher der Amme überlässt. Die gibt prall Julia Siebenschuh, sich um die erwachsen werdende Julia sorgend, als vom Vater als „blabbernde Idiotin“ gescholtene, saufend und den Diener malträtierend. Szenenapplaus erhält sie für ihren Gesang des stark assoziierenden „Girl On Fire“ von Alicia Keys. Das gehört zu den Stärken der Inszenierung: Gregor Turecek setzt Musik vom Rap der von zur Langeweile verdammten Straßenkinder in Verona bis zum Orgelklang und Julias von einer Mini-Band gespielten Leichensong als stützendes Element ein. [...]

Uwe Kraus, Mitteldeutsche Zeitung