#Es_ist_Liebe
Jubiläumsspielzeit 2016/17

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg

Große romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner

Lange genoss Tannhäuser die Freuden sinnlicher Liebe im Venusberg. Doch der wollüstigen Welt überdrüssig, sehnt sich der rastlose Minnesänger nach der konventionellen Welt der Ritter und flieht in den Schoß der Liebesgöttin. Zurück im Wartburg-Tal lässt sich der Abtrünnige angesichts des Namens "Elisabeth" rasch von der eintreffenden Jagdgesellschaft des Landgrafen und ermutigt durch Wolfram von Eschenbach überzeugen, auf die Wartburg zurückzukehren. Ihm zu Ehren richtet der Landgraf dort ein großes Fest aus, bei dem auch einer der berühmten, die Liebe preisenden "Sängerkriege" auf der Wartburg stattfindet. Und niemand Geringeres als Elisabeth, des Landgrafen Nichte, wird dabei dem siegreichen Sänger den Preis verleihen. Während Sänger wie Wolfram, Walther und Biterolf die Liebe als unerreichbares Ideal besingen, preist Tannhäuser mit zunehmender Ekstase die sinnliche Lust als das wahre Wesen der Liebe und macht schließlich seinen Aufenthalt im Venusberg öffentlich. Das skandalöse Bekenntnis stellt für die aufgebrachte Rittergesellschaft einen ungeheuren Affront dar. Die Situation scheint zu eskalieren. Doch die Tannhäuser seit langem zugetane Elisabeth stellt sich mutig auf dessen Seite und bittet für den Verworfenen. Tannhäuser wird die Chance eingeräumt, mit einem Pilgerzug nach Rom zu reisen, um beim Papst die Vergebung seiner Sünde zu erwirken. Doch der Heilige Vater versagt ihm die Absolution. Nunmehr aller Hoffnung beraubt, will Tannhäuser in den Venusberg zurückkehren. Dass Elisabeth zuvor bereit war, ihr eigenes Leben für seine Erlösung in die Waagschale zu werfen, wird Tannhäuser erst an der Bahre mit Elisabeths Leichnam vor Augen geführt.

Wagners „Tannhäuser“ ist ein Werk von überwältigender Wirkung, in dem sich eindrucksvoll die verhängnisvolle Trennung zwischen Erotik und seelischer Liebe in der abendländischen Kultur manifestiert.

Wir danken der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt für die freundliche Unterstützung dieser Produktion.

Aufführungsdauer: ca. 3 3/4 Stunden

MDR Kultur berichtete vorab über die Premiere.

Sa, 04.03.17, 18.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt Premiere
Fr, 10.03.17, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg
So, 19.03.17, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Sa, 25.03.17, 19.00 Uhr    Theater Herford
Fr, 31.03.17, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Sa, 08.04.17, 18.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg
Mo, 17.04.17, 15.00 Uhr    Bad Elster
Sa, 22.04.17, 19.30 Uhr    Theater Lutherstadt Eisleben
Sa, 29.04.17, 18.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg
So, 21.05.17, 18.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Musikalische Leitung  MD Johannes Rieger
Inszenierung   Oliver Klöter
Ausstattung  Andrea Kaempf
Dramaturgie  Susanne Range
Chorleitung  Jan Rozehnal
Hermann, Landgraf von Thüringen  Gijs Nijkamp
Tannhäuser  Raymond Sepe
Wolfram von Eschenbach  Juha Koskela
Walther von der Vogelweide  Tobias Amadeus Schöner
Biterolf  Norbert Zilz
Heinrich der Schreiber  Max An
Reinmar von Zweter  Klaus-Uwe Rein
Elisabeth  Annabelle Pichler
Venus  Gerlind Schröder
Ein junger Hirt  Benedicte Hilbert / Runette Botha
4 Edelknaben  N.N.
  Chor, Coruso-Chor e.V., Verstärkungschor, Orchester und Statisterie des Nordharzer Städtebundtheaters
„Tannhäuser“ von Richard Wagner in Halberstadt war ein großartiges Fest romantischer Musik und des Gesangs. [...] Frenetischer Applaus im Stehen. Eine packende Tonmalerei! Dieser „Tannhäuser“ ist ein musikalisches Ereignis! Von der Ouvertüre an gab es Beifall für Hörnerklang, Geigenschmelz, für Harfen- und Cellotöne, für die Flöten, Klarinetten, Posaunen, für alle an der musikalischen Ausdrucksstärke Beteiligten. [....]

Hans Walter, Volksstimme


[...] Was der Regisseur Oliver Klöter mit der Ausstatterin Andrea Kaempf da auf die Bühne gestemmt hat, ist aller Ehren wert. Wenn man den Zuschauerraum betritt, fallen die Prospekte auf beiden Seiten des Bühnenportals auf, die die Landschaft eines Mittelgebirges zeigen. Unwillkürlich denkt man an den Harz, gemeint sein dürfte dagegen der Venusberg, in dessen Innerem Tannhäuser sinnliche Vergnügungen genießt. Dies wird von ihm und Venus in der ersten Szene nach der Ouvertüre in gestellten Bildern auf einer breiten Liege gezeigt. Alles ist von Flammen. [...]
Szenenwechsel: Zurückgekehrt in die reale Welt, sieht man in eine weite, frühlingshafte Landschaft. Im 2.Akt geht der Blick aus dem Festsaal auf abgeerntete Felder im Sommer, während im 3. Akt arktisch-eisige Kälte vorherrscht. All dies bildet den sinnfälligen Hintergrund für die immer wieder spannende Geschichte über den mittelalterlichen Streit um das „Wesen der Liebe“. Dass dies auch eine wohl immer aktuelle Auseinandersetzung einer verkrusteten Gesellschaft mit einem Außenseiter ist, wird in der Kostümierung deutlich, wenn bis auf Tannhäuser in modernem, schwarz-weißem Dress alle anderen biedermeierliche Kleidung der Entstehungszeit der Oper tragen. Dem Regisseur gelingt es, den Sängerkrieg lebendig zu gestalten. [...] Als Gast trat Annabelle Pichler auf, die überzeugend deutlich machte, wie sehr sich Elisabeth zu Tannhäuser hingezogen fühlte. Sie gefiel zudem mit in allen Lagen abgerundetem, höhensicherem Sopran. In Halberstadt gern gehört und gesehen ist Juha Koskela, der Wolfram sympathisch zu gestalten wusste. Bei seinen wirkungsvoll präsentierten Arien führte er seinen weichen Bariton in gutem Legato.
[...] Eine attraktive Venus war Gerlind Schröder, die sich mit hellem Mezzo und sicheren Höhen profilierte. Eine reine Freude war Runette Botha als Hirt, die ihren klangvollen Sopran blitzsauber führte, ein Versprechen für größere Aufgaben wie z.B. die Elisabeth. Bei den Chören (Einstudierung: Jan Rozehnal) fielen positiv die Pilgerchöre auf, deren Übergänge vom Gesang aus dem Off auf die Bühne besonders gut gelangen. Dirigent Johannes Rieger ließ das kleine Orchester in der Dynamik auffallend differenziert musizieren. [...]
Mit Bravos, Standing Ovations und lang anhaltendem Applaus feierte das begeisterte Premierenpublikum alle Mitwirkenden.

Gerhard Eckels, Der Opernfreund


[...] Musikdirektor Johannes Rieger beweist mit seinem Orchester, dass Wagners Klangpracht auch in kleinerer Besetzung nichts an Suggestionskraft einbüßt. […] Auch der gastverstärkte Chor bringt die bekannten Pilgerchöre und den festlichen Einzug in den Wartburgsaal akkurat zum Klingen. […] Gesungen wird auf hohem Niveau. Allen voran Raymond Sepe als Tannhäuser legt mit strahlkräftiger Stimme vor, ein wahrer Heldentenor, eindringlich in der verzweifelten Rom- Erzählung. […] Musikalisch lohnt der Weg in den Harz auf jeden Fall.

Andreas Berger, Braunschweiger Zeitung


Mit der Aufführung einer großen Wagner-Oper hat sich das Nordharzer Städtebundtheater wohl selbst das schönste Geschenk zu seinem 25. Geburtstag gemacht. Und zugleich bewiesen, wozu das Ensemble fähig ist. […]
Musikdirektor Johannes Rieger, Intendant des Nordharzer Städtebundtheaters, führt sorgsam Musiker und Sänger. Das Orchester ist kraftvoll und zugleich behutsam tragend. Bereits bei der Ouvertüre erklingen die Geigen und Hörner, Flöten und Posaunen, Trompeten und Klarinetten, Pauken und Trommeln mit erfrischender Klarheit und verbreiten sowohl feierlich getragene als auch fröhlich schwirrende Klänge. In drei Akten wird zwischen Feuerglut am Anfang und Eiseskälte am Schluss das Drama von Vertrauensbruch und anderen menschlichen Verfehlungen erzählt. […]
Raymond Sepe gibt dem Protagonisten Gesicht und Stimme. […] Mit hellem, sauberem Sopran überzeugt Annabelle Pichler als Elisabeth. Ihr Onkel Hermann, Landgraf von Thüringen, wird von Gijs Nijkamp gesungen, der ebenso gefällt wie Juha Koskela als Wolfram von Eschenbach. Tobias Amadeus Schöner (Walther von der Vogelweide), Norbert Zilz (Biterolf), Max An (Heinrich der Schreiber) und Klaus-Uwe Rein (Reinmar von Zweter) wissen ihre Parts ebenfalls sehr gut zu gestalten. Ein Sonderlob gebührt den Damen und Herren des Chores, die unter Leitung von Jan Rozehnal stimmlich und schauspielerisch hervorragend agieren.
Stimmungsvolle Bilder werden auf die Bühne gemalt. Das reicht vom Sündenpfuhl im mit lodernden Feuern ausgestatteten Venusberg bis zum beschaulichen Frühlingsmorgen, an dem ein junger Hirte (Runette Botha) den wieder zu den Menschen zurückgekehrten Tannhäuser findet. Wunderbar wirkt die Szenerie, in der sich das Publikum für den Sängerkrieg seinen Weg durch den Theatersaal hin zur Bühne bahnt. […] Eine Inszenierung, die minutenlangen Beifall erntete.

Sigrid Dillge, Mitteldeutsche Zeitung