Spielzeit
2019/20

A R C H I V
Text: Was darf Kultur kosten?

8. Mai, 19:30 Uhr, Neue Bühne Quedlinburg

In seinem berufsbegleitenden Studium der Wirtschaftswissenschaften an der FernUniversität Hagen stieß der Halberstädter Steffen Hoffmann am Lehrstuhl von Professor Kleine im Rahmen eines Seminars auf das Modell der Data-Envelopment-Analysis. Durch die öffentliche Diskussion über die finanzielle Situation und den Fortbestand des Nordharzer Städtebundtheaters inspiriert, ging er mit dem Thema auf Tuchfühlung und vertiefte es am Fallbeispiel von öffentlichen Theatern allgemein mit einem neueren, dynamischen Ansatz, der in der Window Analysis seinen Ausdruck findet.


Steffen Hoffmann über seinen Ansatz und seine Fragestellung:

’Was darf Kultur kosten?’ Wenn auch nicht derart geradeaus formuliert, ist diese Frage regelmäßiger Bestandteil der Haushaltsdiskussionen von Bund, Ländern und Kommunen. Da die berühmte „Glaskugel“ derzeit noch keine objektiven Ergebnisse liefert und diese für jedermann zugänglich macht, bleibt eine pauschale Antwort auf die Frage offen. Ungünstiger Weise kommt hinzu, dass man das Ergebnis von Kultur im Gegensatz zu einem Unternehmen nur schlecht in Geldeinheiten messen kann. Bei der Entscheidung über die Höhe des Kulturbudgets muss daher ein anderer Ansatz gewählt werden. Dieser Ansatz sollte objektive Bewertungsmaßstäbe zu Grunde legen und subjektive Einflüsse auf die Entscheidungsunterstützungsfunktion der Bewertung vermeiden. Ein Weg führt dabei über die Bewertung der Effizienz der betrachteten Untersuchungseinheit, oder anders ausgedrückt: Wie effizient werden die bereitgestellten Mittel eingesetzt und welche Auswirkungen haben Veränderungen in der Ressourcenausstattung der Untersuchungseinheiten auf deren Effizienz? Hier kann die Wirtschaftsmathematik mit dem Modellansatz der Data-Envelopment-Analysis helfen, ein Ansatz der seit seiner Veröffentlichung vor über 30 Jahren vielfach praktische Anwendung gefunden hat und kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Die dahinter verborgene Idee ist dabei so einfach wie findig.“

Sicher mehr als Grund genug eine Vorstellung des Themas in der Reihe „TEXT:“ vorzunehmen – anschaulich aufbereitet auch für Nicht-Wissenschaftler.

Mit anschließender Diskussion – denn: Was ist die Effizienz der Kunst aus der Perspektive der Wirtschaftswissenschaft und was ist die Effizienz der Kunst aus der Perspektive der Kunst?


Was ist Data-Envelopment-Analysis? (wikipedia)


Steffen Hoffmann

Der gebürtige Halberstädter wohnt heute wieder in der Domstadt. Bereits 1998, noch während des Abiturs am hiesigen Käthe-Kollwitz Gymnasiums, gründete er gemeinsam mit seinem Bruder ein Softwareunternehmen mit Spezialisierung auf Internettechnologien. Während der Jahre 2000 und 2005 studierte er in Gera und Magdeburg Wirtschaftsinformatik sowie Internationales Management. Seit Dezember 2006 ist er im Vorstand eines in Schlanstedt ansässigen Medizinprodukteherstellers. Im Jahr 2007 begann er zudem ein berufsbegleitendes Studium der Wirtschaftswissenschaften an der FernUniversität in Hagen, dessen Abschluss für das Frühjahr 2014 vorgesehen ist. Seinen Schwerpunkt legt er dabei auf die Fachrichtung Operations Research und dessen Teilgebiet der mathematischen Optimierung. In seiner Freizeit trifft man den Musikbegeisterten als Schüler in der Kreis-Musikschule beim Klarinettenunterricht sowie als Zuhörer zu allerlei Konzerten in Stadt und Umland. Ein besonderes Faible hegt er zudem für Flugzeuge, die zwar nicht zum Kindheitstraumberuf, aber doch zum Hobby geworden sind.


Leitung: Sebastian Fust
Eintritt: 5,- Euro
Neue Bühne Quedlinburg