Spielzeit
2019/20

Tosca

Melodrama
in drei Akten von Giacomo Puccini
Text: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
nach dem Schauspiel „La Tosca“ von Victorien Sardou

Der an einem Kirchen-Gemälde arbeitende Maler Cavaradossi bietet dem aus der berüchtigten Engelsburg geflohenen Republikaner Angelotti an, ihm bei der weiteren Flucht vor der römischen Geheimpolizei zu helfen. Das veränderte Verhalten Cavaradossis provoziert sofort die Eifersucht der berühmten Sängerin Floria Tosca: mit fatalen Konsequenzen, denn Polizeichef Scarpia gelingt es fortan, Toscas Misstrauen gegenüber ihrem Geliebten in seinem gnadenlosen Vergeltungs- und Zerstörungsplan auf perfide Weise zu instrumentalisieren.

Regisseur Werner Pichler ist überzeugt, dass dieser musikalisch und emotional aufwühlende wie beklemmende Opern-Thriller keinesfalls an die der Handlung zugrunde liegende Zeit um 1800 gebunden ist: „Obwohl in TOSCA reale historische Ereignisse benannt werden, sind die Geschehnisse der Oper letztlich in jeder Epoche denkbar: Das künstlerische Freidenkertum wird von einer Diktatur unterdrückt. Cavaradossi wird durch die Loyalität zu seinem Freund Angelotti zum Staatsfeind. Und Scarpia scheut sich nicht davor, selbst die Kirche seinem diktatorischen System unterzuordnen. Dabei verfolgt er nicht allein seine politischen Ziele, sondern missbraucht seine Stellung auch, um sich Tosca gefügig zu machen. Das System Scarpia, ein wucherndes Geschwür, das sich immer mehr ausbreitet in alle Bereiche der Gesellschaft, der Kunst die Luft zum Atmen nimmt, jegliche Individualität opfert und so alles, was sich diesem System in den Weg stellt, erstickt!“

Wir danken der Harzsparkasse sowie dem Theaterförderverein Halberstadt für die freundliche Utnerstützung dieser Produktion.

Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden 20 Minuten (eine Pause)
Fotos: Ray Behringer

Fr, 27.09.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Premiere
So, 06.10.19, 16.00 Uhr    Lessingtheater Wolfenbüttel
Fr, 18.10.19, 19.30 Uhr    Kulturhaus Salzwedel
Sa, 26.10.19, 19.30 Uhr    Theater der Lutherstadt Eisleben
Sa, 02.11.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt
So, 17.11.19, 15.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Fr, 22.11.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Do, 26.12.19, 17.00 Uhr    Theater Rathenow
Sa, 01.02.20, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Fr, 21.02.20, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Mi, 25.03.20, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Di, 19.05.20, 19.30 Uhr    Theater Hoyerswerda letztmalig
Musikalische Leitung  MD Johannes Rieger
Inszenierung  Werner Pichler
Ausstattung  Andrea Kaempf
Dramaturgie  Susanne Germer
Chöre  Jan Rozehnal
Floria Tosca, Opernsängerin  Annabelle Pichler
Mario Cavaradossi, Maler  Max An
Baron Scarpia, Polizeichef  Juha Koskela
Spoletta, Gendarm  Jungwoo Jang
Ein Schließer  Ji Hoon Yoo
Sciarone, Gendarm  Gijs Nijkamp
Cesare Angelotti, politischer Gefangener  Gijs Nijkamp
Der Mesner  Norbert Zilz
Ein Hirtenknabe  Amrei Wasikowski
  Opernchor, Verstärkungschor, Kinderchor und Statisterie des Nordharzer Städtebundtheaters
  Harzer Sinfoniker

Pressestimmen: Tosca

Volksstimme

Von Dr. Joachim Lange

„(...) Annabelle Pichler ist eine fabelhaft leuchtende Tosca – die für ihr ‚vissi d’arte’ zu Recht den an dieser Stelle üblichen Szenenapplaus bekommt. Tenor Max An ist ihr strahlender und sicher auftrumpfender Cavaradossi. Und Juha Koskela ein vital fieser Scarpia. (...) Es macht nicht nur durchgängig Freude, dieses exzellente Trio zu hören, auch der Messner Norbert Zilz prägt sich ein. Es zahlt sich aus, dass der Dirigent des Abends Johannes Rieger als Orchesterchef und Intendant des Hauses, mit einem kleinen aber sorgfältig zusammengestellten Hausensemble arbeitet und es pflegt. (...)“


Mitteldeutsche Zeitung

Uwe Kraus

„(...) Juha Koskela gestaltet den grausam-tückischen Polizeichef facettenreich zwischen sexueller Ausschweifung und einer Machtkonstellation, die weit über seinen Tod hinauswirkt. Die Stimme des Baritons wirkt streckenweise so eiskalt wie sein Handeln, sein Tun strotzt nur so vor Besitzanspruch auf die schöne Opernsängerin. Koskela beweist, er vermag der durchaus charismatischen Figur Nuancen zu entlocken und vokale Feinheiten herauszuarbeiten, die das Orchester nicht übertönt. Überhaupt gelingt es Johannes Rieger, ein enges Band zwischen Bühne und Graben zu knüpfen. (...)“


Volksstimme

Sabine Scholz

„(...) Werner Pichler vertraut auf die Kraft der Musik, dargeboten von einem glänzend aufgelegten Orchester unter der Leitung von Musikdirektor und Intendant Johannes Rieger. Der Regisseur vertraut aber auch auf die Spiellust der Sänger. (...) Allein das Kammerspiel Annabelle Pichlers und Juha Koskela im zweiten Akt lohnt einen Besuch dieser Inszenierung. Grausam, was geschieht, grandios, wie es dargeboten wird (...)“


www.deropernfreund.de

Gerhard Eckels

„(...) Cavaradossi war Max An, der inzwischen über das lyrische Fach deutlich hinaus gewachsen ist. Er imponierte durch Intonations- und Höhensicherheit und verbreitete manch tenoralen Glanz; beeindruckend gelangen seine „Vittoria“-Rufe. Der sonore Bass von Gijs Nijkamp passte gut zum politischen Häftling Angelotti und später zu Scarpias Gendarm Sciarrone. Andrè Eckert war ein solider Mesner, während die tüchtigen Chorsolisten Jungwoo Jang (Spoletta) und Ji Hoon Yoo (Schließer) zuverlässig ergänzten; stimmschön erklang aus dem Off Amrei Wasikowski (Hirtenknabe). Chor, Verstärkungs- und Kinderchor (Jan Rozehnal) verbreiteten im „Te Deum“ ausgewogene Klangpracht. Was Musikdirektor und Intendant Johannes Rieger alles aus dem an diesem Abend sehr gut disponierten, mit auf dem Papier nur knapp 40 Planstellen nun wirklich kleinen Orchester an schwelgerischem Glanz und an harter Hochdramatik herausholte, das war eine Klasse für sich. (...)“