Was wird sein?
Spielzeit 2017/18

Die Winterreise

von Franz Schubert — ein Liederabend in Wort, Ton und Bild

Ein Liederabend mit Gijs Nijkamp (Bass), Michael Korth (Klavier) & Jet Nijkamp (Malerei/Film)

Programm:

Franz Schubert: DIE WINTERREISE op. 89 (D 911) (Texte: Wilhelm Müller)

Der Liederabend wird ohne Pause dargeboten.

Im Anschluss besteht für Sie im Foyer der Kammerbühne die Möglichkeit, mit der Künstlerin Jet Nijkamp sowie den beiden Interpreten Gijs Nijkamp und Michael Korth ins Gespräch zu kommen.

Mit den exklusiv für diesen Liederabend entstandenen Video-Bildern, die während des Konzertes im Hintergrund gezeigt werden, möchte die niederländische Künstlerin Jet Nijkamp das Publikum mit in den Prozess des Sich-von-einer-verlorenen-Liebe-Verabschiedens, des Sich-in-der-Natur-Verlierens, der Vereinsamung und der Todessehnsucht hinein nehmen. Die suggestive Wirkung entfaltenden Bilder sollen die Phantasie des Zuhörers anregen, gleichzeitig aber genügend Freiraum ermöglichen, damit sich jeder ganz individuell auf die Tragik der „Winterreise“ einlassen kann. Das Publikum wird eingeladen, tief in die Welt der frühen Romantik einzutauchen, sich ganz den Worten, Tönen und Bildern hinzugeben und so einen Prozess zu erleben, in dem sich die Grenzen zwischen den drei künstlerischen Medien Wort, Ton und Bild auflösen und verschmelzen.

Schubert wurde durch einige Zeit düsterer gestimmt und schien angegriffen. Auf meine Frage, was in ihm vorgehe, sagte er nur: „Nun, ihr werdet es bald hören und begreifen.“ Eines Tages sagte er zu mir: „Komme heute zu Schober, ich werde euch einen Zyklus schauerlicher Lieder vorsingen. Ich bin begierig zu sehen, was ihr dazu sagt. Sie haben mich mehr angegriffen, als dieses je bei anderen Liedern der Fall war.“ Er sang uns nun mit bewegter Stimme die ganze „Winterreise“ durch. Wir waren über die düstere Stimmung dieser Lieder ganz verblüfft, und Schober sagte, es habe ihm nur das Lied „Der Lindenbaum’ gefallen. Schubert sagte hierauf nur: „Mir gefallen diese Lieder mehr als alle, und sie werden euch auch noch gefallen“; und er hatte recht, bald waren wir begeistert von dem Eindruck der wehmütigen Lieder, die Vogl meisterhaft vortrug.
(Joseph von Spaun)