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Woyzeck

Woyzeck

Dramenfragment von Georg Büchner
Woyzeck entstammt der untersten sozialen Schicht. Als Stadtsoldat ist er ein Pauper und steht im Dienste der Privilegierten. Um einigermaßen über die Runden zu kommen und seine Frau Marie und sein uneheliches Kind durchzubringen, arbeitet er unentwegt. Für den ihn demütigenden Hauptmann, für den Doktor, der ihn im Sinne des Fortschritts der...
Woyzeck entstammt der untersten sozialen Schicht. Als Stadtsoldat ist er ein Pauper und steht im Dienste der Privilegierten. Um einigermaßen über die Runden zu kommen und seine Frau Marie und sein uneheliches Kind durchzubringen, arbeitet er unentwegt. Für den ihn demütigenden Hauptmann, für den Doktor, der ihn im Sinne des Fortschritts der Menschheit ein halbes Jahr nur Erbsen essen lässt. Dieses medizinische Experiment bringt ihm – neben einem Groschen – eine veritable psychische Störung ein, die ihn in Form von Halluzinationen und Wahnvorstellungen verfolgt. Als der Hauptmann ihm das Verhältnis seiner Frau Marie mit einem Tambourmajor steckt, gerät er aus den Fugen und ersticht sie.
Büchner zeigt in 29, teils blitzlichtartigen Szenen einen unter dem höhnischen Druck der Gesellschaft Zerbrechenden. Somit verkehrt sich das Täter-Opfer Verhältnis und es steht das Gericht vor Gericht.
An vieles an unserer unmittelbaren Gegenwart kann man denken, wenn man den Woyzeck, der ja schon damals eine rebellische Anklage des Systems und beinahe eine Verteidigung des Ermordeten und Mörders war, heute liest. In diesem Spannungsfeld zwischen Gegenwart und Historie wird sich auch die Inszenierung bewegen.

Vorstellung

Premiere: 23.10.2021, 19:30 Uhr, Großes Haus Quedlinburg
Dauer: ca. 1:30 Std. (keine Pause)

Hinter den Kulissen

Ausstattung
Bianca Fladerer
Fotos
Ray Behringer
Was Presse & Gäste sagen

Stimmen

Rosmarie Vogtenhuber bietet bei der Samstagspremiere eine bestechende „Woyzeck“-Sicht, die großen Häusern dieses Landes zumindest ebenbürtig ist. (…)Streng und nah passt das Büchner-Werk wie kaum ein zweites in die heutige Zeit der Mini-Jobber und Mindestlöhner. Die Brisanz des Textes wirkt in der Vogtenhuber-Inszenierung, die Auftakt...weiterlesen
Rosmarie Vogtenhuber bietet bei der Samstagspremiere eine bestechende „Woyzeck“-Sicht, die großen Häusern dieses Landes zumindest ebenbürtig ist. (…)Streng und nah passt das Büchner-Werk wie kaum ein zweites in die heutige Zeit der Mini-Jobber und Mindestlöhner. Die Brisanz des Textes wirkt in der Vogtenhuber-Inszenierung, die Auftakt zur  Schauspielsaison ist, allgegenwärtig. (…) Das Wort „herausragend“ verbietet sich in diesem zuweilen auch leicht morbiden Spiel  mit hessischer Zunge fast. Geboten wird in Quedlinburg Ensembletheater im besten Sinne, nicht allein, wenn chorisch gesprochen wird. Eric Eisenachs zeichnet das Psychogramm eines ewig Geschundenen. Seine Körperhaltung spricht von Dauerdemütigung, seine Sprunghaftigkeit, seine zunehmende psychische Verstörtheit, der Wahnsinn, er gebiert eine Wahnsinnstat! (…) Der Vorhang fällt, Rosmarie Vogtenhuber findet ein anrührendes Schlussbild. Doch der missbrauchte, verhöhnte, betrogene Typus Woyzeck mit seinen sozialen Alpträumen begegnet dem Zuschauer vor der Theatertür wieder. Vorher gibt es stürmischen Applaus.weniger lesen
Uwe Kraus
Mitteldeutsche Zeitung

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