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Zar und Zimmermann

Zar und Zimmermann

Komische Oper in drei Aufzügen von Albert Lortzing
Text von Albert Lortzing nach dem Lustspiel "Der Bürgermeister von Saardam oder Die zwei Peter" (1818) von Georg Christian Römer
Basis der vergnüglichen Oper ist die fast operettenhafte Lebensgeschichte Zar Peters des Großen, der einst in "großer diplomatischer Mission" durch Europa reiste und sich dabei u.a. im niederländischen Zaandam (deutsch: Saardam) mit den Techniken des Schiffsbaus vertraut machte. Für Zündstoff und Komik sorgt in Lortzings Stück eine wirklich...
Basis der vergnüglichen Oper ist die fast operettenhafte Lebensgeschichte Zar Peters des Großen, der einst in "großer diplomatischer Mission" durch Europa reiste und sich dabei u.a. im niederländischen Zaandam (deutsch: Saardam) mit den Techniken des Schiffsbaus vertraut machte. Für Zündstoff und Komik sorgt in Lortzings Stück eine wirklich fatale Verwechslung. Man hält den falschen Peter (Peter Iwanow) für den russischen Regenten, sodass nicht nur Iwanows Heiratspläne mit Marie vorerst erheblich durcheinander geraten.

Als Dresdner hat Regisseur Jürgen Pöckel schon einmal quasi lokalpatriotische Affinität zum Stoff über diese legendäre Inkognito-Reise des Zaren im Jahr 1697/98 durch Westeuropa. Der Zar weilte sowohl anlässlich dieser „Großen Gesandtschaft“, aber auch später mehrmals in der Residenz an der Elbe. Über das Stück äußert Pöckel: „Es ist schon wirklich bedauerlich, dass Lortzings im besten Sinne volkstümliche Opernstücke mehr und mehr aus den Spielplänen verschwinden. Mit größter theatralischer Könnerschaft und funkelndem kompositorischen Witz – er war ja alles in Personalunion: Textautor, Tonsetzer und Darsteller der Buffopartien seiner Stücke, so auch hier des Peter Iwanow – gelingt es Lortzing, Staatsaktion und die private Liebesgeschichte „kleiner Leute“ zu verknüpfen und ein Publikum intelligent und auf dem Höhepunkt des Stückes, einem wirklich unfassbar turbulenten und überdrehten Finale des 2. Aktes, mit fast anarchischem Ansatz in atemlose Spannung zu versetzen. Dieses Finale, das absurde Verwechslung von Personen, Kneipenrazzia samt veritabler Schlägerei und große Europa-Politik miteinander vereint, zählt zu den Glanzpunkten der deutschen Spielopern-Literatur. Vergleichbares gibt es eigentlich nur noch in Nicolais „Die Lustigen Weiber von Windsor“. Die Aufführung am Nordharzer Städtebundtheater wird genau diesen Versuch unternehmen, sentimentale Liebesgeschichte, repräsentativen (Historien)-Opernton und intelligente musikalische Komödie unter einen Hut zu bekommen. Assoziationen zum Heute und Jetzt: Schwarzarbeit, Regulierungswahn durch Behörden, Globalisierung, Mentalitätsunterschiede zwischen Holländern und Russen liegen auf der Hand und werden sich in der Inszenierung vergnüglich unaufdringlich spiegeln. Und der Beweis soll angetreten werden, dass Lortzings funkelnde Opernkomödien vital und lebensfähig sind wie eh und je und ein Publikum in allerbestem Sinne zu unterhalten vermögen.“

Vorstellung

Premiere: 19.09.2020, 19:30 Uhr, Großes Haus Quedlinburg
Dauer: ca. 2:00 Std. (keine Pause)
Vielen Dank für die freundliche Unterstützung der Produktion: Harzsparkasse

Hinter den Kulissen

Musikalische Leitung
Fabrice Parmentier
Inszenierung
Jürgen Pöckel
Ausstattung
Andrea Eisensee
Dramaturgie
Susanne Germer
Opernchor
Jan Rozehnal
Choreographie
Fotos
Ray Behringer

Besetzung

André Gass
André Gass
Marquis von Chateauneuf
Thea Rein
Thea Rein
Witwe Browe
Opernchor des Nordharzer Städtebundtheaters
Opernchor des Nordharzer Städtebundtheaters
Tanzstatisterie des Nordharzer Städtebundtheaters
Tanzstatisterie des Nordharzer Städtebundtheaters
Harzer Sinfoniker
Harzer Sinfoniker
Was Presse & Gäste sagen

Stimmen

„(…) Die Lortzing-Oper lebt von ihren Massenszenen, von opulenten Chören und dem satten Klang von Klompen, den typisch Holländischen Holzpantinen. Wohl aus der Corona-Not geboren lagert Pöckel die aerosolverdächtigen Szenen flugs aus. Die gestraffte Halberstädter Fassung findet dazu prima Lösungen. Wenn die Chor-Szenen in der Partitur...weiterlesen
„(…) Die Lortzing-Oper lebt von ihren Massenszenen, von opulenten Chören und dem satten Klang von Klompen, den typisch Holländischen Holzpantinen. Wohl aus der Corona-Not geboren lagert Pöckel die aerosolverdächtigen Szenen flugs aus. Die gestraffte Halberstädter Fassung findet dazu prima Lösungen. Wenn die Chor-Szenen in der Partitur stehen, schiebt ein Männer-Quartett seine Leinwände zusammen, auf denen ein Video läuft; aus der Ilsenburger Fürst-Stolberg-Hütte oder von den Ufern des Concordia-Sees. Hier werden wahrlich dicke Bretter gebohrt, wenn die Tontechnik-Profis Kay Lautenbach und Stefan Ulrich drehen - und das dann im Zuschauersaal noch sehr veritabel klingt. (…)“weniger lesen
Uwe Kraus
Mitteldeutsche Zeitung
„(…) der Bürgermeister van Bett. (…) Hier muss der Bass des Hauses ran und darf den Komödianten von der Leine lassen. Klaus-Uwe Rein ist dafür genau der Richtige (…) Im Graben steuern Fabrice Parmentier und seine Musiker den mitreißend musikalischen Schmiss für eine Oper bei, die schon immer einfach gute Laune macht. (…)“
Dr. Lange
Volksstimme

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