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Zarah 47

Zarah 47

Musical-Solo von Peter Lund
1947 feiert Zarah Leander auf ihrem Gut Lönö in Schweden ihren 40. Geburtstag; noch vier Jahre davor der umjubelte ausländische Star der UFA, ist Zarah Leander nun arbeitslos und wartet vergebens auf Geburtstagsgäste und Angebote. In Schweden Persona non grata, in Deutschland mit Berufsverbot belegt, rechtfertigt sich die ausgemusterte,...
1947 feiert Zarah Leander auf ihrem Gut Lönö in Schweden ihren 40. Geburtstag; noch vier Jahre davor der umjubelte ausländische Star der UFA, ist Zarah Leander nun arbeitslos und wartet vergebens auf Geburtstagsgäste und Angebote. In Schweden Persona non grata, in Deutschland mit Berufsverbot belegt, rechtfertigt sich die ausgemusterte, unausgelastete Diva in einem furiosen Monolog; Klug, mit viel Mutterwitz und ohne jeden Skrupel behauptet sie das Credo vieler Nazikünstler: von nichts gewusst zu haben.

Für Regisseur Emil Roijer manifestiert sich sowohl in der Persönlichkeit Zarah Leanders als auch in den Positionen, die heute das Bild der Künstlerin prägen, ein breites Spektrum an Widersprüchen und interessanten Bedeutungsschichten: „Die Sicht auf Zarah Leander ist in Schweden und Deutschland sehr unterschiedlich, was mich als Schwede natürlich äußerst interessiert. Während ein Zarah-Leander-Museum in Schweden eher ‚in die Pampa‘ (bei Häradshammar) verbannt wurde, blieb die Künstlerin in Deutschland immer ein präsentes Phänomen. In Schweden wurde sie nach dem Krieg zum Sündenbock aller Mitläufer, weil sie nichts bereute. In Deutschland liebte und verehrte man sie ungebrochen… Die Diva geriet zur schillernden Projektionsfläche: Nazi, Gay-Ikone, Spionin für Sowjets, Alliierte, Schweden oder Deutsche, Vamp, Gutsherrin, ehrlich und verlogen, geizig und großzügig, geliebt und gehasst … Mir drängt sich sehr auf, dass nicht nur die Leander ihren Kopf in den Sand gesteckt zu haben scheint.“

Vorstellung

Premiere: 25.09.2020, 19:30 Uhr, Kammerbühne Halberstadt
Dauer: ca. 1:15 Std. (keine Pause)

Hinter den Kulissen

Musikalische Leitung
Violetta Kollar
Inszenierung
Emil Roijer
Ausstattung
Claudia Frank
Dramaturgie
Susanne Germer
Fotos
Ray Behringer
Was Presse & Gäste sagen

Stimmen

„(…) KS Gerlind Schröder meistert diese Rolle der selbstbewussten Frau, die die Welt nicht mehr versteht, musikalisch mit Bravour. Sie lässt ihr Leben Revue passieren, erzählt deren Lebensgeschichte durch ihre großen Hits zwischen „Kann denn Liebe Sünde sein“ und „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“, die sie gestaltet,...weiterlesen
„(…) KS Gerlind Schröder meistert diese Rolle der selbstbewussten Frau, die die Welt nicht mehr versteht, musikalisch mit Bravour. Sie lässt ihr Leben Revue passieren, erzählt deren Lebensgeschichte durch ihre großen Hits zwischen „Kann denn Liebe Sünde sein“ und „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“, die sie gestaltet, nicht hitparadenverdächtig dahinsäuselt. Violetta Kollar begleitet sie dabei einfühlsam. Und Schröder rückt sich mit ihrer starken Bühnenpräsenz selbst in das rechte Showlicht. Die Sängerin spielt ebenso wunderbar. Sie irrt durch ihr Künstlergefängnis, tänzelt barfuß dahin, variiert ihr Lautstärke, verstummt, schaut fragend umher. (…)“weniger lesen
Uwe Kraus
Mitteldeutsche Zeitung
„(…) ‚Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben‘ singt sie und trifft damit mehr, als das auf den ersten Blick meint. Schröder sucht mit Diktion und Habitus eine sofort wiedererkennbare Nähe, erliegt aber niemals der Versuchung der Imitation, die schnell nach Travestieshow schmecken würde. Sie Erinnerungs-Melange aus Wort und Gesang...weiterlesen
„(…) ‚Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben‘ singt sie und trifft damit mehr, als das auf den ersten Blick meint. Schröder sucht mit Diktion und Habitus eine sofort wiedererkennbare Nähe, erliegt aber niemals der Versuchung der Imitation, die schnell nach Travestieshow schmecken würde. Sie Erinnerungs-Melange aus Wort und Gesang wird so bei ihr zu etwas eigenem. (…)“weniger lesen
Dr. Lange
Volksstimme
„(…) Dank der ebenso facettenreichen wie faszinierenden Charakterisierung der Sängerin durch KS Gerlind Schröder fällt es dem Zuschauer am Ende nicht leicht, zu entscheiden, was ist Wahrheit, was ist Lüge oder zumindest schöngeredet im Leben der Leander (…)“
Renate Petra
Volksstimme

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