Was wird sein?
Spielzeit 2017/18

Carmen [Ballett]

Ballett von Can Arslan
Musik von Georges Bizet und Gonzalo Alonso

Die schicksalhafte Begegnung der schönen, leidenschaftlichen Zigeunerin Carmen mit Don José, der ihr rettungslos verfällt und sie letztlich aus Eifersucht tötet, wurde erstmals von dem französischen Romantiker Prosper Mérimée in seiner 1847 erschienenen Novelle „Carmen“ beschrieben. Der meisterhafte wie skandalträchtige Plot avancierte zu den bekanntesten Sujets der Weltliteratur, welcher nicht nur Georges Bizet inspirierte, eine der populärsten Opern aller Zeiten zu komponieren, sondern – spätestens seit dem berühmten Tanzfilm von Carlos Saura – immer wieder auch zahlreiche Choreografen zu Ballettadaptionen animierte.
Auch Can Arslan ist von der provozierenden Widersprüchlichkeit dieser „Femme fatale“ fasziniert. Er wird in dieser live vom Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters begleiteten Ballett-Produktion seinen Blick auf wesentliche Aspekte des Carmen-Mythos richten. Dass das lateinische Wort „carmen“ sowohl mit „Liedgesang“, „Zauberdichtung“ bzw. „Orakelspruch“ übersetzt werden kann, offenbart bereits vielversprechende Optionen, sich der zweifellos bewusst gewählten Konnotation des Namens Carmen sowie der schillernden Ambivalenz des Stoffes mit den Stilmitteln des modernen Tanzes anzunähern.

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde, 40 Minuten, eine Pause

Fotos: Ray Behringer

Sa, 10.03.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Premiere
Sa, 17.03.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg
Sa, 07.04.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Sa, 28.04.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Fr, 04.05.18, 19.30 Uhr    Kulturhaus Salzwedel
Sa, 12.05.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
So, 10.06.18, 15.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Fr, 15.06.18, 20.00 Uhr    Fürst-Stolberg-Hütte Ilsenburg
Inszenierung und Choreographie  Can Arslan
Ausstattung  Verena Hemmerlein
Dramaturgie  Susanne Germer
Musikalische Leitung  MD Johannes Rieger
Gitarre  Gonzalo Galguera Alonso / Ignacio Estevez Clemente
Carmen  Caterina Cerolini / Debora Di Biagi
Don Jose  Andrea Zinnato
Escamillo  Denison Pereira da Silva / Vinicius Augusto Menezes da Silva
Wahrsagerin  Caterina Cerolini / Debora Di Biagi
Arbeiterinnen in der Zigarrenfabrik  Masami Fukushima / Shainez Atigui / Caterina Cerolini / Debora Di Biagi
Soldaten  Alexandre Delamare / Vinicius Augusto Menezes da Silva / Denison Pereira da Silva / Andrea Zinnato
Gäste in der Schänke sowie in der Stierkampfarena  Masami Fukushima / Alexandre Delamare / Vinicius Augusto Menezes da Silva / Shainez Atigui / Caterina Cerolini / Debora Di Biagi / Denison Pereira da Silva / Andrea Zinnato
3 Stiere  Alexandre Delamare / Vinicius Augusto Menezes da Silva / Andrea Zinnato
  Orchester und Statisterie des Nordharzer Städtebundtheaters
„(...) Große Solovioline, Harfe und Flöte ragten dabei besonders aus dem wundervoll romantisch aufspielenden Orchesterapparat hervor; kunstvoll von Johannes Rieger ziseliert. Das war das musikalische Gerüst. In das fügte der Ballettmeister die neuen Kompositionen seines spanischen Freundes Gonzalo Alonso ein. Eine exzellente Kammermusik. (...) Das Triumvirat hatte große tänzerische Aufgaben zu bewältigen – solistisch und im Pas de Deux, mit kraftvoller Körpersprache, Hebungen und Sprüngen. Ein grandioses Spiel mit den Körpern und Kostümen (Ausstattung: Verena Hemmerlein). (...)“

Hans Walter, Volksstimme

„(...) Das Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters unter der Leitung von Johannes Rieger musiziert einfühlsam das tänzerische Geschehen, setzt mit einzelnen Instrumenten (Harfe, Violinen, Bläser) Akzente zwischen temperamentvollem spanischen Kolorit, Romantik und Leidenschaft. Obwohl man bei den ausgewählten musikalischen Versatzstücken (Habanera, Seguedille, Chanson Du Toreador, Le Garde Montante) nicht selten die kraftvollen Bilder aus der Oper vor Augen hat, fasziniert von Anbeginn die tänzerische Interpretation der Geschichte, die sich im Laufe des Abends auf Don José, Escamillo und Carmen fokussiert. Dabei schwebt von Anfang an das unheilvolle Schicksal in Gestalt einer Wahrsagerin (Caterina Cerolini) über dem Geschehen und macht Carmen zu einer von der Vorahnung des Todes Getriebenen. Debora Di Biagi tanzt mit großer Hingabe und Emotionalität diese Momente. In den Beziehungen zu den Rivalen, ihrem Hin und Her zwischen Liebe, Verlangen und Gier nach Leben kehrt sie mit überzeugendem Bewegungsspiel auch ihre emanzipatorische Überlegenheit, die sich nicht zuletzt in Laszivität und Begierde äußert, heraus. (...)“

Herbert Henning, tanznetz.de

„So erlebt das Publikum den Luxus, dass die Inszenierung auf einer Woge von Live-Musik schwebt. Gespielt vom Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters, von MD Johannes Rieger sicher geführt, aus dem die Solisten an Harfe, Flöte und Violine hervortreten. Ignacio Estévez Clemente bringt die nötige Portion „Hispanismo“ auf der Gitarre mit, die er mitten auf der Bühne spielt und mit der er das Solo von Debora Di Biagi als Titelfigur begleitet. Sie tanzt die Männer verschlingende Femme Fatale unbändig, voller ausufernder Emotionalität und letztlich an ihrer Leidenschaft verglühend. Der Pas de deux zwischen ihr und Don José spielt mit der Erotik, der mit Escamillo wirkt heldenbegehrend. Immer wieder paaren sich hier perfektionierte Technik und kraftvoll-südliche Heißblütigkeit.“

Uwe Kraus, Mitteldeutsche Zeitung