Spielzeit
2019/20

Mensch Heinrich

Die Akte König Heinrich I. – Eine multimediale Revue
Fassung von Dr. phil. Birgit Kiupel und Wiebke Johannsen
bearbeitet von Sebastian Wirnitzer
Musik von Martin Werner Orth
Liedtexte von Arnold Hofheinz

Mythen und Sagen wabern um den legendären „Gründer des Deutschen Reichs“. Wurde Heinrich I. wirklich unerwartet bei der Vogeljagd in Quedlinburg zum König bestimmt? Oder war er nur König der Legenden? Nein. Er lebte von ca. 876 bis 936, war Herzog der Sachsen, seit 919 König des Ostfrankenreichs und wurde in Quedlinburg begraben. Seine zweite Frau Mathilde hat ihn um mehr als 30 Jahre überlebt und an seiner Grabstätte ein Damenstift gegründet – heute steht dort die Quedlinburger Stiftskirche. Durch sie wurde Quedlinburg zur Gedenkstätte für Heinrich I. und die Dynastie der Ottonen.
Und ihr Mann Heinrich I.? Viele Fakten gibt es über ihn nicht, dafür umso mehr Spekulationen. Wir öffnen deshalb die „Akte Heinrich I.“ und stellen in einer multimedialen Revue die Frage: Wer war Heinrich I.? Was genau hat er in Quedlinburg gemacht? Und warum hat Himmler gerade um Heinrich I. einen Kult inszeniert?
Die Stiftskirche wurde im Dritten Reich zur „nationalen Weihestätte“.

Mit kurzen Szenen, Gesang und Tanz präsentieren wir ein unterhaltsames Spiel mit Mythen und Legenden um Heinrich I. Videoanimationen, Filmcollagen und Comic-Zeichnungen bringen das Stück zum Leben. „Mensch Heinrich“ ist eine humorvolle Reise durch 1100 Jahre deutsche Geschichte.

Für die freundliche Unterstützung dieser Produktion danken wir folgenden Sponsoren: Musik- und Theaterverein Quedlinburg e. V., Harzer Volksbank eG, Harzsparkasse, Feuerbestattung Quedlinburg GmbH

Aufführungsdauer: ca. 1 1/4 Stunden
Fotos: Ray Behringer


Do, 03.10.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Wiederaufnahme Karten
Fr, 01.11.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Inszenierung  Sebastian Wirnitzer
Bühnenbild und Kostüme  Andrea Kaempf
Komposition und musikalische Einstudierung  Martin Orth
Produktionsleitung, Songtexte  Arnold Hofheinz
Zeichnungen, Fotos, Gestaltung  Dr. phil. Birgit Kiupel
Animation  Matthias Daenschel / Micha Hirt
Choreographie  Corina Ehrig
Dramaturgie  Daniel Theuring
Merula Vogler-Ebershagen (Historikerin)  Anne Wolf
Vogel (Zeitreisender)  Arnold Hofheinz
Heinrich der Erste (König)  Eric Eisenach
Oda (seine Großmutter)  Julia Siebenschuh
Mathilde (seine Frau)  Swantje Fischer
Mathilde die Ältere (ihre Großmutter)  Julia Siebenschuh
Widukind (Chronist)  Stefan Werner Dick
Ungar  Jonte Volkmann
Konrad (König)  Stefan Werner Dick
Eberhard (sein Bruder)  Jonte Volkmann
Heinrich Himmler  Stefan Werner Dick
Entourage des Heinrich  Tanzstatisterie
Schüler einer Klasse  Tanzstatisterie / Jonte Volkmann
Marie Dakota  Tanzstatisterie
Deutschland  Mona Luana Schneider
  Tänzerinnen der TSG GutsMuths 1860 Quedlinburg e.V.
[...] Mit Applaus auf offener Szene und langanhaltendem Schlussbeifall honorierten die Premierengäste die multimediale Revue,

die von Sebastian Wirnitzer mit viel Esprit inszeniert wurde.[...]

Heinrich I. gab nicht nur dem Stück seinen Namen, sondern überzeugte auch in der Riege der Schauspieler am stärksten. Sebastian Borucki in einer Glanzrolle zwischen viril und staatsmännisch. [...] In 75 Minuten wurde ein multimediales Feuerwerk aus Schauspiel, Gesang und Tanz, Videoanimationen, Filmcollagen und Comic-Zeichnungen entzündet. [...]

Renate Petrahn, Volksstimme



Wenn deutsche Geschichte auf die Bühne gebracht wird, ist das oft gedankenschwer und dramatisch. Sebastian Wirnitzer macht es anders: Der Regisseur zeigt bunte Bilder, kurze Dialoge, Filmsequenzen, emotionale Lieder und Showtanz. Leicht verdauliche Kost über ein großes Thema, die einen unterhaltsamen Abend garantiert. [...]

Rita Kunze, Mitteldeutsche Zeitung

„(...) Freitagmorgen konnten Schulklassen in der Aula des Friedrichs-Gymnasiums sich amüsieren und etwas lernen. Über eine Historikerin am Rande des Nervenzusammenbruchs erfuhren sie auch, dass man in Wirklichkeit wenig über die Charaktere weiß. Wohl wird Bedeutungsschweres angerissen wie die Geschichte der Liudolfinger und der spätere Missbrauch Heinrichs durch die Nazis. Was hängen bleiben wird, sind aber die körperlich dargestellte Leidenschaft des Königspaares und ihre Geplänkel. „Ich möchte ein Kloster stiften“, sagt sie. „Mensch Mathilde, ich hab andere Probleme“, antwortet er. „Die Ungarn kommen“, schallt es angstvoll und die später heilig gesprochene Mathilde klagt: „Ich hab aber mein Haar noch nicht gemacht. (...)“

Frank-Michael Kiel-Steinkamp, Neue Westfälische