Spielzeit
2018/19

Mutter Courage und ihre Kinder

von Bertolt Brecht, gebunden an die Musik von Paul Dessau

Mutter Courage ist eine starke Frau. Ihr Überlebensinstinkt und Wille ist nicht zu brechen. Obwohl sie alles verliert, was ihr Leben lebenswert macht, zieht sie weiter. Durch den Krieg. Durch Europa. Durch eine Welt, die von Männern dominiert wird. Die Courage passt sich an. Sie dreht den Spieß um und lebt von dem, was ihre Welt gefährdet; dem Krieg, der ihr die Kinder, Tugend und Menschlichkeit nimmt.
Das 1938/39 von Bertolt Brecht im schwedischen Exil geschriebene Stück wurde 1941 in Zürich uraufgeführt. Es beschreibt den Krieg als Fortführung der Geschäfte mit anderen Mitteln. Und zeigt zugleich, dass die Rechnung für niemanden aufgeht, da der Krieg die menschlichen Tugenden tödlich macht.
Brecht beschreibt in „Mutter Courage und ihre Kinder“ anhand des Dreißigjährigen Krieges, zwischen 1624 und 1636, dass Krieg immer eine Katastrophe für die Zivilisten ist und versucht die Ursachen hierfür zu benennen. Der Hintergrund des Dramas ist die Gestaltung des Kriegsgeschehens als Bürgerkrieg. Der Zuschauer soll im Laufe der Rezeption vom rein Stofflichen zu einer eigenen Beurteilung der Situation gelangen.

Wir danken der Harzsparkasse für die freundliche Unterstützung dieser Inszenierung.

Aufführungsdauer: ca. 2 Stunden 45 Minuten (eine Pause)
Fotos: Ray Behringer

Sa, 20.10.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Premiere
Mo, 22.10.18, 10.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Schülervorstellung
Do, 25.10.18, 11.00 Uhr    Salzlandtheater Staßfurt
Fr, 26.10.18, 19.30 Uhr    Carl-Maria-von-Weber Theater Bernburg
Sa, 27.10.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Do, 15.11.18, 10.00 Uhr    Bestehornhaus Aschersleben
So, 18.11.18, 15.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg
So, 25.11.18, 18.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt
Mo, 26.11.18, 10.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt Schülervorstellung
Fr, 21.12.18, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Mo, 21.01.19, 19.30 Uhr    Bad Nenndorf
Fr, 01.02.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Karten
Di, 05.02.19, 10.00 Uhr    Großes Haus Quedlinburg Schülervorstellung Karten
Mi, 06.02.19, 10.00 Uhr    Großes Haus Halberstadt Schülervorstellung Karten
Fr, 15.02.19, 19.30 Uhr    Großes Haus Halberstadt Karten
Musikalische Leitung  Florian Kießling
Inszenierung  Philip Jenkins
Bühne und Kostüme  Andrea Kaempf
Dramaturgie  Daniel Theuring
Mutter Courage  Harriet Kracht
Schweizerkas / Schreiber / junger Mann / Soldat / Stimme  Jonte Volkmann
Eilif / Einäugiger / junger Bauer  Curdin Caviezel
Kattrin / Stimme  Anne Wolf
Feldprediger / Werber / Soldat  Stefan Werner Dick
Koch / Obrist / Bauer  Arnold Hofheinz
Yvette / Bauersfrau / alte Frau / Bäuerin  Swantje Fischer
Feldwebel / Feldhauptmann / Zeugmeister / Fähnrich / Soldat  Eric Eisenach
Pressestimmen „Mutter Courage und ihre Kinder“

„(...) Jonte Volkmann (Schweizerkas) und Curdin Caviezel als Draufgänger Eilif geben Courages Söhne überzeugend, der eine redlich, der andere vom Kriegertum geprägt. Eric Eisenach bleibt als Feldwebel in Erinnerung, der einen der Courage-Söhne zum Militär akquiriert und mit seinen Auftritten zu Beginn und am Ende fast als verbale Klammer wirkt. Stefan Werner Dick demonstriert als dubioser Feldprediger, wie Krieg pervertiert. Der verliebte Koch von Arnold Hofheinz streift nichtsnutzig-fischiland über die Szenerie. Alle sind sie Mitmacher, im düsteren Spiel um Leben und Tod. Wie die Lagerdirne Yvette, die Swantje Fischer als „hochgekommene Hübschlerin“ spielt und bewusst schräg singt. Eine starke Leistung liefert in ihrer ersten Rolle am Nordharzer Städtebundtheater Anne Wolf ab. Vergeblich ihr Sehnen nach Gatten und Kind, ihre stumme Kattrin nutzt ihr ganzes mimisches und gestisches Vermögen, um dieser jungen Frau Lebendigkeit einzuhauchen. Sie unternimmt den Versuch, trommelnd die Mitbürger aufzuschrecken, wagt das Aufbegehren und das Opfer. Sie geht auf Wortsuche, die gleichsam Gedankensuche scheint, wird zur Warnerin. Und stirbt wie ihre Brüder. Ihre Mutter zieht weiter, ärmer als je zuvor. Sagt: „Ich muss wieder in den Handel kommen.“

Uwe Kraus, Mitteldeutsche Zeitung

„(...) Im Gedächtnis bleiben wird ein Abend mit beeindruckenden Leistungen, allen voran Harriet Kracht als hoch differenziert spielende Marketenderin Anna Fierling – eine Frau, die sich als Mutter für das Wohl ihrer Kinder aufopfert und andererseits als „Hyäne des Schlachtfeldes“ Gewinn aus dem Krieg um jeden Preis zieht, auch um den Tod ihrer drei Kinder. Ihr letzter Satz „Ich muss wieder in´ Handel kommen“, zeigt mehr als alles andere, wie Anna Fierling funktioniert. Harriet Kracht überzeugte nicht nur durch eine hoch differenzierte Spielweise, sondern ebenfalls durch die Art, wie sie die Brechtschen Songs interpretiert. (...)“

Renate Petrahn, Volksstimme