Die erste Premiere des Musiktheaters der neuen Spielzeit steht bevor: IL BARBIERE DI SIVIGLIA (Der Barbier von Sevilla) Die in nur 13 Tagen geschriebene „Opera buffa“ stammt aus der Feder von Gioachino Rossini, einem der erfolgreichsten und bedeutendsten italienischen Opernkomponisten der Musikgeschichte.
Ein junger Graf namens Almaviva verliebt sich auf den ersten Blick in das Mädchen Rosina. Doch die reiche Rosina wurde von ihrem Vormund Bartolo eingesperrt, weil dieser sie selbst aus Habgier heiraten möchte. Graf Almaviva holt sich beim gewitzten und in Liebensangelegenheiten erfahrenen Figaro, dem Barbier, Hilfe. Der geschäftstüchtige Figaro, der aufgrund seines Berufs in sämtlichen Häusern ein und aus geht und damit über alles und jeden Bescheid weiß, schmiedet abstruse Pläne, um Rosina für Almaviva zu gewinnen. Wie die Geschichte endet und ob es gelingt, Doktor Bartolo zu überlisten, erfahren die Zuschauer in dieser wunderbar komischen Oper. Für die bekannte, unsterbliche zeichnen die Harzer Sinfonikern unter der Leitung von Harutyun Muradyan verantwortlich.
Das Ziel der Regisseurin Stephanie Schimmer ist eine schnelle, pointenreiche, sehr lebendige Komödie über Menschen, die versuchen, ihre eigene Wirklichkeit zu erschaffen – und dabei permanent mit den Wirklichkeiten der anderen kollidieren. Das Resultat dieses Versuchs ist ein mitreißend herrlicher Musiktheaterabend, der vor allen Dingen eines macht: Spaß! Gesungen wird auf Italienisch, begleitet von deutschen Untertiteln, aber die spielfreudige Inszenierung nimmt die Zuschauer so bei der Hand, dass man nicht unbedingt jedes Wort verstehen muss. Die gebürtige Österreicherin, die zum ersten Mal am Harztheater inszeniert, ist bekannt für ihre humorvollen Bearbeitungen von Operetten und Opern.
Das Bühnenbild von Ausstatter Davide Raiola, schafft ein herrliches Ambiente im Stil der Zeit Rossinis und zeichnet sich durch große Tafelflächen aus. Damit können sich die Figuren ihre Welten mit Kreide und Schwamm selbst herstellen. Während Figaro das schnelle Zeichnen nutzt, um Lösungen zu finden, können andere Rollen sich diese Flächen zum Ergänzen, Verbessern oder sogar Entfernen aneignen. So entsteht eine lebendige Interaktion, die geprägt ist von Liebe, Freiheit, gesellschaftlichem Status. Jeder nimmt seine Bedürfnisse, seine Emotionen und Konflikte, seien sie auch noch so absurd, sehr ernst – daraus entsteht der Humor der Geschichte um den berühmtesten Friseur.
Das Foto zeigt das Ensemble bei einer Probe im Malsaal (Foto: Katja Stützer)
